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„Er hat mich vergewaltigt, ich bin der Beweis“: Jetzt ermittelt die Polizei gegen Harvey Weinstein

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Täglich neue Entwicklungen im Skandal um Harvey Weinstein: Mehr als 20 Frauen sind in den vergangenen Tagen an die Öffentlichkeit gegangen und haben dem ehemals mächtigsten Mann Hollywoods sexuelle Belästigung vorgeworfen. Dazu gibt es nun mittlerweile vier Frauen, die Weinstein Vergewaltigung unterstellen (Eine Übersicht der bisherigen Fälle findet Ihr hier).

Am Donnerstagabend hat Rose McGowan („Charmed“) ihre Vorwürfe gegen Weinstein konkretisiert. Die Schauspielerin – so viel war schon vorher bekannt – erhielt 1997 100.000 Dollar Schweigegeld, damit sie niemals über einen Vorfall mit dem Produzenten spreche. In einem Enthüllungsartikel der New York Times brach sie ihr Schweigen und erzählte vom Schweigekartell um Weinstein. Nachdem sie Ben Affleck vor wenigen Tagen der Mitwisserschaft bezichtigt hat, folgte nun der ganz konkrete Vorwurf gegen Weinstein:

Interessanterweise ist der Tweet von McGowan an Amazon-Chef Jeff Bezos gerichtet. McGowan sagt, dass sie dem Chef der Amazon-Filmstudios, Roy Price, von Weinsteins Taten erzählt habe. Sie wollte ihm vor einiger Zeit ein Drehbuch verkaufen, bestand aber darauf, dass Weinstein nicht in dessen Umsetzung involviert wäre. Als Reaktion wurde der Deal mit McGowan gecancelt, sagt die Schauspielerin. Price ist mittlerweile von Amazon beurlaubt worden, im Sommer 2015 soll er eine Produzentin der Serie „The Man In The High Castle“ mit unangebrachten Äußerungen belästigt haben. Dazu erwägt Amazon eine Einstellung der Produktion von laufenden Weinstein-Projekten.

Rose McGowan im Jahr 2010.

Derweil haben Ermittler aus New York die Arbeit im Fall Weinstein aufgenommen, was von vielen Beobachtern schon seit Tagen gefordert wird, da der Skandal augenscheinlich nur via Twitter und Presse aufgearbeitet wurde. Das NYPD teilte nun mit, dass Polizeiakten auf Beschwerden in Richtung Weinstein überprüft werden.

Die Polizei scheiterte schon einmal im Fall Weinstein

Über die Erfolgsaussichten gab es bislang keine Angaben, dabei hatte die New Yorker Polizei sich bereits vor zwei Jahren mit Weinstein befasst: 2015 versuchte Weinstein Ambra Battilana Gutierrez, eine italienische Teilnehmerin eines Schönheitswettbewerbs, mit auf sein Hotelzimmer zu nehmen. In Zusammenarbeit mit der Polizei nahm Gutierrez das entsprechende Gespräch auf (Weinstein hatte ihr bereits am Vorabend Avancen gemacht, woraufhin sie zur Polizei ging und sich verkabeln ließ), der Produzent konnte ein juristisches Verfahren allerdings abwenden. In dem Gespräch gibt Weinstein sogar zu, Gutierrez ungefragt berührt zu haben. In Zeitungsberichten äußerten einzelne Polizisten nun Unverständnis dafür, dass es nicht zur Verhandlung kam.

Zudem wird in einem Vorfall ermittelt, der sich 2004 ereignet haben soll. Schauspielerin Lucia Evans sagt, dass Weinstein sie damals zum Oralsex gewzungen habe. In London wird nun ebenfalls ermittelt. Weinstein könnte mit einer Straftat aus den 1980ern in Verbindung stehen.

„Ich werde mir Hilfe besorgen“

Der Beschuldigte hat sich nach einigen Tagen wieder zu den Vorwürfen geäußert. Weinstein kündigte bereits an, sich in eine Therapie zu begeben, konkrete Anschuldigungen wollte er aber nicht bestätigen. Reporter fingen ihn nun vor dem Haus seiner Tochter ab, er gab Statements: „Mir geht es nicht gut, aber ich gebe mein Bestes. Ich werde mir Hilfe suchen, wir alle machen mal Fehler.“ Zudem hofft er auf eine „zweite Chance“.

Das erste Statement des Produzenten, das vor einigen Tagen an die New York Times geschickt wurde, sorgte für Entsetzen. Weinstein begründete sein Fehlverhalten damit, dass er in der Arbeitswelt der 60er und 70er sozialisiert wurde und zitierte dazu einen Song des Rappers Jay Z.

Gregg DeGuire FilmMagic
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