Erdogan nach Attacke auf Radiohead-Fans in Istanbul: „Beide Seiten im Unrecht“

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Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat sich zu den Vorfällen bei der Radiohead-Listening-Session in Istanbul geäußert: Es sei zwar falsch, mit „grober Gewalt“ gegen Feiernde während der Fastenzeit „Ramadan“ vorzugehen; ebenso falsch sei es jedoch, sich „zu erdreisten“, im Fastenmonat an solch einer Veranstaltung teilzunehmen, die sich auch auf die Straße ausgeweitet habe.

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Der Plattenladen „Velvet IndieGround Records“ in Istanbul war am Freitag Teil einer internationalen Veranstaltung, bei der in ausgewählten Plattenläden ein Radiohead-Livestream übertragen wurde. Die weltweite Session hatte die Band veranstaltet, um die physische Veröffentlichung ihrer neuen Platte A MOON SHAPED POOL zu feiern. In Istanbul sind etwa zwanzig Angreifer in diese Veranstaltung eingefallen, haben den Ladenbesitzer sowie mehrere Gäste vor das Geschäft gezogen, geschlagen und gedemütigt. Der angebliche Grund für die Gewalttaten: Die Gäste hätten während des Fastenmonats „Ramadan“ Alkohol getrunken. Zwei Menschen wurden bei diesem Angriff laut Nachrichtenagentur Dogan verletzt.

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Aus Anlass dieses Vorfalls haben sich am Samstag hunderte Demonstranten zusammengetan, um gegen „Faschisten“ in der Türkei zu demonstrieren. Die Versammlung wurde von der Polizei mithilfe von Tränengas, Gummigeschossen und Wasserwerfern aufgelöst.


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