ESC 2017: Wir kennen bereits die diesjährigen Verlierer

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Wir wollen nicht um den heißen Brei reden: Der Qualitätsunterschied zwischen dem ersten Semifinale des ESC 2017 am Dienstag und der zweiten Aussieb-Runde im Kiewer Eissportpalast am Donnerstag war enorm. Umso weniger verwundert es uns, dass wir gestern bereits die Loser von morgen (wortwörtlich!) gesehen haben. Denn insbesondere zwei Acts dürften sich die ganze Nacht gefragt haben, wie sie es überhaupt ins Finale geschafft haben, womit sie das verdient haben und ob sie die letzten Plätze des diesjährigen Eurovision Song Contest schon einmal mit einem Handtuch für sich reservieren sollten.

Die Gruselbeiträge des zweiten ESC-Halbfinales 2017 kamen aus…

Kroatien und Rumänien

Gut, Osteuropa ist in hiesigen Gefilden sowieso eher für nachbarschaftliches Punktezugeschiebe bekannt, denn für qualitativ hochwertige Beiträge, aber was diese beiden Nationen da aus der Mottenkammer gekramt und in die Ukraine geschickt haben, glich einer schrecklich schlechten Horror-Show.

Da wäre zum einen Kroatien, die einen dicken Harald-Glööckler-Verschnitt ins Rennen schicken, der, garniert mit einer schizophrenen Bühnenprojektion, zwischen Opernsopran und Kopfstimmenmassaker wechselt. Als endgültigen Dolchstoß kommt obendrein aus dem Nichts ein breitbeiniges David-Garrett-Geigensolo, das Jacques Houdeks Lied „My Friend“ endgültig zu einer von der Menschenrechtscharta geächteten Kriegswaffe macht.

Nicht minder skurril ist Rumäniens Ansatz. Rappen und Jodeln. Das war doch schon immer eine siegessichere Kombination. Also castete sich Bukarest einen tighten Streetrapper mit hanebüchener Englischaussprache und ein junges Ding in XS-Minikleid zusammen, das die hohe Kunst des Jodelns beherrscht, als sei sie Heidis verschollene Stiefschwester. Wenigstens ist der Titel des Beitrags von Ilinca feat. Alex Florea keine Produktenttäuschung: er lautet schlichtweg „Yodel It!“.

Der Rest, der es ins Finale des ESC 2017 geschafft hat:

Österreich: Nathan Trent – Running On Air

Niederlande: O’G3NE – Lights And Shadows

Ungarn: Joci Pápai – Origo

Dänemark: Anja Nissen – Where I Am

Norwegen: Jowst – Grab The Moment

Bulgarien: Kristian Kostov – Beautiful Mess

Weißrussland: Naviband – Story Of My Life

Israel: Imri – I Feel Alive

P.S.: Auch im zweiten Halbfinale gab es ein paar wenige Lichtblicke (und insbesondere einen Beitrag, der enorme Siegeschancen hat) – dazu in Kürze mehr.


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