Highlight: Konzerte selbst organisieren: Ein Glossar für angehende Konzert-Veranstalter

Ezra Furman live in Berlin 2014: So war sein Konzert im Privatclub

Ezra Furman muss beim Touren durch die USA couchsurfen. Wenn er in der Hauptstadt gastiert, schläft der in Chicago lebende Amerikaner seinem Shirt nach zu urteilen im Michelberger Hotel. Sein 2013er Album DAY OF THE DOG räumt beim britischen NME 8 von 10 ab. Er verkauft den Berliner Privatclub restlos aus, was wahrscheinlich mit am Radiohit „My Zero“ liegt. Trotzdem bleibt Furman eher unter dem Radar. Der 26-Jährige steckt eben voller Widersprüche.

Nachdem Ezra Furman mit seiner ersten Band, den Harpoons, noch während des Studiums an der Tufts University bei Boston einen Plattenvertrag ergattern konnte, veröffentlichte er mit ihnen als Ezra Furman & The Harpoons drei Alben, lebte mehr oder weniger im Tour-Van. Mittlerweile lebt Ezra Furman in Chicago und hat sich mit The Boyfriends eine neue Band dazugeholt. Der Amerikaner schreibt im Wochentakt Songtexte mit viel Witz, Charme und einer gehörigen Portion Ironie. In der Vergangenheit war er bereits Support-Act für die Indie-Rock-Band Nada Surf. Furmans Musik kann man als angepunkten Gitarrenrock mit erkennbaren Folk-Wurzeln bezeichnen – seine Stimme erinnert an Gordon Gano von den Violent Femmes, wobei es ihm nicht darum zu gehen scheint, Töne zu treffen. Viel wichtiger ist die Leidenschaft, mit der Furman seine Songs präsentiert.

Vor der Show im Berliner Privatclub am 29. Januar 2014 verkauft der kleingewachsene Musiker seine Merchandise-Artikel selber. Zunächst in Jeans und T-Shirt auf der Bühne, wirft er seine konventionelle Kleidung schnell ab und steht schließlich barfuß und im Blümchenkleid da. Zwischen seinen Songs – er spielt an diesem Abend Solowerke, Songs aus der Harpoons-Zeit sowie vom neuen Album mit den Boyfriends – verläuft sich der Musiker in Faseleien, die teilweise wirklich beängstigend wirken.

Mit „I Wanna Destroy Myself“ beginnt Furman das Konzert. Immer wieder schaut er auffordernd durchs Publikum, welches das Konzert leider recht still begutachtet. Trotzdem fühlt Ezra Furman sich, wie er mehrfach betont, auf der Bühne pudelwohl. Weitere Highlights der Show sind „Take Off Your Sunglasses“, ein großartiger Song mit den Harpoons, den Ihr Euch unten anschauen und -hören könnt. Auch „My Zero“ und „We Should Fight“ begeistern. Nach einer Stunde und zwei Zugaben entlässt Furman die Zuschauer in die bitterkalte Berliner Nacht. Bis zum nächsten Mal.

Werbung

Jetzt in die Zukunft starten mit den neuen MagentaMobil Tarifen

Ab sofort inklusive 5G*. Jetzt in die Zukunft starten!

Mehr Infos


Ed Sheeran bricht Tour-Weltrekord von U2
Weiterlesen