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„Fack ju Göhte 3“–Kritik: Mobbing, Schleichwerbung und Mats Hummels

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Fack ju Göhte” mischte 2013 die deutsche Kinolandschaft auf und rechnete gnadenlos mit dem Schulsystem ab. Kein Wunder also, dass nach dem großen Erfolg gleich ein zweiter Teil folgte und ebenfalls zum Erfolg wurde. Unter dem Hashtag „FinalFack” präsentiert Constantin Film nun den dritten und letzten Teil der Reihe. Während der zweite Film in Thailand spielte, geht es nun zurück nach München, wo Zeki Müller (Elyas M’Barek) versucht, Chantal, Danger, Zeynep und die anderen Chaoten durch das Abitur zu bringen. Nicht leicht, wenn den Jugendlichen niemand etwas zutraut, bei einem Berufstest nicht die richtigen Jobs rauskommen und eigentlich gar keiner weiß, was man mit dem Leben anfangen soll. Darüber hinaus droht der Schule noch die Vollsperrung, wegen katastrophaler sanitärer Zustände, Graffiti und nicht zuletzt wegen der Chaos-Klasse von Herrn Müller.

„Da hilft nur chippen oder kastrieren”

Bereits nach dem zweiten Teil stand fest: „Fack ju Göhte” hätte wunderbar alleine für sich stehen können. Eine mutmaßliche Verrohung einer Schülergeneration und die Tatsache, dass ein Zeki Müller diese Missstände nur in den Griff kriegen kann, wenn er selbst aus der Reihe tanzt, wirkte nach und sorgte für ernsthafte Diskussionen, die eine dermaßen klamaukige Komödie nur selten auslöst. Im dritten Teil muss jedoch wieder alles gut werden, Regisseur Bora Dagtekin strebt das Happy End an. Die Asis müssen hilfsbereit sein, lernen und sich anstrengen. Und der Lehrer fragt sich schon seit drei Teilen, ob er jetzt nun Lehrer sein will oder nicht. „Fack ju Göhte 3” bietet noch mehr von dem, was wir schon längst kennen, jetzt eben mit Drohnen, Cyber-Sex und Zäpfchen. Der Film orientiert sich stilistisch wieder am Original, aber kann am Ende doch nicht verbergen, dass es sich um einen zwar stellenweise lustigen, aber eigentlich auch unnötigen letzten Teil handelt.

„Fack ju Göhte 3” ist überzeugender, wenn er leisere Töne anschlägt. Stellenweise werden ernste Themen glaubhaft angesprochen, wenn es beispielsweise darum geht, die Zukunfts- und Versagensängste der Schüler darzustellen oder wenn es um Mobbing geht. Chantal beschreibt es ganz passend: „Es fühlt sich an, als ob jemand die Tür für die Zukunft zuhält”. Zentrale Aussage des Films: Jeder hat eine Chance verdient. Selbst ein Zeki Müller präsentiert seine sentimentalen Seiten und man erfährt, dass auch er früher gemobbt wurde. Doch manchmal ist weniger mehr und das fällt bei „Fack ju Göhte 3” auf. Bis zu einem gewissen Grad ist es nett, Dinge zu überspitzen, doch irgendwann kippt dieses Prinzip ins Negative. Elyas M’Barek zieht sich mal wieder aus und Schleichwerbung von Fast-Food-Ketten, Biermarken und Elektronikgeschäften wird nicht gerade subtil eingewebt.

Jella Haase

Neu im Ensemble ist Sandra Hüller, die zuletzt in „Toni Erdmann“ glänzte und einen Europäischen Filmpreis für die beste weibliche Hauptrolle bekam. Sie ersetzt den weiblichen Part von Karoline Herfurth, die sich lieber ihrer Regie-Karriere widmet. Hüller spielt Biggi Enzberger, eine knallharte Lehrerin, die zu Herrn Müller keine großen Kontraste schafft, sondern eher mitmacht, wenn sie auf Drogen lasziv in einem Club tanzt oder nach einem Junggesellinnenabschied mit knappem Rock sturzbetrunken zur Schule kommt. Dennoch hält sie den Film stellenweise über Wasser – gemeinsam mit Katja Riemann als Kleber-schnüffelnde Direktorin. Für einen Gastauftritt sind auch die besonders mediengeilen Spieler des FC Bayern München dabei: Mats Hummels schaut ebenso vorbei wie David Alaba. Farid Bang kehrt ebenfalls für einen Gastauftritt zurück und mimt einen Türsteher.

„Fack ju Göhte 3” wartet mit keinen großen Überraschungen auf. Dennoch gibt es einige Lichtblicke, die allerdings überschattet werden von vorhersehbaren Handlungen – da hilft auch kein chippen oder kastrieren. Besser als der Thailand-Trip 2015 ist der Final Fack dennoch.

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Mexiko hat „Fack Ju Göhte“ nachgedreht. Szene für Szene

Constantin
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