Zusammenfassung

„Game of Thrones“, Staffel 8, Folge 1: Highlights, Lowlights und unbeantwortete Fragen

Das Warten hat ein Ende: Die achte und finale Staffel „Game of Thrones“ ist am 14. April auf HBO (und einen Tag darauf sehr holprig auf Sky) ausgestrahlt worden und hat trotz des anfänglich langsamen Erzähltempos ordentlich Vorfreude auf Mehr gemacht. Wir haben für Euch die besten und enttäuschendsten Momente des Staffelauftakts sowie einige neu aufgekommene Fragen zusammengefasst.

„Game of Thrones“: Staffel 8, Folge 1 – die Highlights

1. Sansa hinterfragt

Die Lady von Winterfell: Sansa Stark

Wer in Sansa Stark immer noch das hilflose und naive Mädchen aus der ersten Staffel sieht, ist selber schuld. In der aktuellen Folge zeigt die Lady von Winterfell, wie sehr der Verrat und die Gewalt der vergangenen Jahre ihren Geist geschärft und ihr Urteilsvermögen definiert haben. Man kann ihr nur schwer verübeln, dass sie mit der frisch auf Winterfell eingetroffenen Daenerys, die nicht nur Anspruch auf ganz Westeros erhebt, sondern auch Sansas (bis dato) Bruder Jon Snow um den Finger gewickelt zu haben scheint, nicht viel anzufangen weiß. Tyrion fasst Sansas Veränderung treffend zusammen, wenn er anmerkt: „Viele haben Euch unterschätzt. Die meisten von ihnen sind tot.“

Des Weiteren wagt sich Sansa zu sagen, worüber sich sonst niemand Gedanken zu machen scheint (oder traut): Es wird schwierig werden, Daenerys‘ Gefolgsleute und insbesondere ihre zwei ausgewachsenen Drachen zu versorgen. Es bleibt abzuwarten, wann Drogo und Rhaego beginnen werden, sich an Lebewesen satt zu fressen, die nicht auf vier, sondern zwei Beinen gehen.

Bester Moment: Als Tyrion anmerkt, wie schrecklich Joffreys Hochzeit mit Margaery gewesen sei, antwortet Sansa trocken, die Veranstaltung habe ihre Momente gehabt, und entlockt damit nicht nur Tyrion, sondern auch dem Zuschauer ein zufriedenes Schmunzeln.

2. Ned Umber brennt

Schaffte es mit seinen Truppen leider nicht zurück nach Winterfell: Ned Umber

Nicht, dass wir tatsächlich Zeit gehabt hätten, den jungen Ned Umber wirklich kennen und lieben zu lernen. Trotzdem scheint sein Tod erstaunlich (oder angemessen) brutal, wenn man bedenkt, dass der Junge nicht nur von seinen Eltern nach dem gutherzigen Ned Stark benannt wurde, sondern es sich außerdem zum Ziel gesetzt hatte, auf Sansas Befehl seine Truppen zu Hause einzusammeln und diese für den Norden kämpfen zu lassen. Vom ersten Moment an, in dem Tormund und Co. den an der Wand hängenden und von losen Armen umgebenen Ned entdecken, bis zu dem markerschütternden Schrei, den er ausstößt, als er von Beric in Flammen gesetzt wird –  diese Szene war ein echtes Horror-Highlight in einer sonst eher ruhigen Episode.

3. Bran wartet und starrt

Er wartet auf einen alten Bekannten: Bran Stark

Ob beabsichtigt oder nicht: Mit seinem stoisch nach vorne gerichteten Blick hat Bran mitunter für die komischsten Momente der Folge gesorgt. Während Jon seinen Bruder bei näherer Betrachtung kaum wieder erkennt, steht Jaime Lannister bei seiner Ankunft auf Winterfell der Schock über die Anwesenheit Brans ins Gesicht geschrieben.

Es ist zwar inzwischen eine ganze Weile her, dass Jaime den zweitjüngsten Stark-Sprössling einen Turm hinunter stieß und damit an den Rollstuhl fesselte, dennoch lässt sich bezweifeln, dass Bran ihm für diese Aktion um den Hals fallen wird. Oder ist er vielleicht doch dankbar, von Jaime indirekt auf den Pfad seiner Verwandlung zum Dreiäugigen Raben gelenkt worden zu sein?

4. Sam klärt auf

Der Letzte seines Namens: Samwell Tarly

Der gutherzige Samwell Tarley ist schon lange ein absoluter Fan-Favorit. In dieser Episode steht er gleich aus zweierlei Gründen für kurze Zeit im Mittelpunkt. Einmal, als Daenerys ihm in einer herzzerreißenden Szene gesteht, seinen Vater und Bruder ermordet zu haben, weil diese nicht vor ihr niederknien wollten. Zum anderen ist er derjenige, der Jon endlich über dessen wahre Identität als Sohn Lyanna Starks und Rhaegar Targaryens aufklärt. Hierbei ist er direkt, unnachgiebig und geduldig und erfüllt somit alle Erwartungen, die wir an den Überbringer dieser skandalösen Nachricht hatten.

„Game of Thrones“: Staffel 8, Folge 1 – die Lowlights

1. Der Drachenritt

Hatten Zeit für einen kleinen Ausritt: Daenerys Targaryen und Jon Snow

Zugegeben: Es wird einige Fans geben, die über die (wenn auch vermutlich nur kurze) Vereinigung der beiden Spitzenkandidaten auf den Thron hocherfreut sind. In Anbetracht der Tatsache, dass ein gigantischer Krieg bevorsteht, scheinen Daenerys‘ und Jons Flirtereien dennoch teilweise sehr deplatziert.

Besonders problematisch waren für viele Zuschauer aber nicht die romantischen Dialoge der beiden Targaryens, sondern der Drachenausritt und speziell die Frage, warum es weder Daenerys noch Jon wundert, dass Drogo den ehemaligen Nachtwächter einfach aufsitzen lässt. Auch Jons anfängliche Unbeholfenheit und die suboptimalen CGI-Effekte ließen diese bedeutende Szene für viele Fans ungewollt komisch wirken.

2. Tyrion

Naiv oder diplomatisch? Tyrion Lannister

Zählte Tyrion in vergangenen Staffeln noch zu den wortgewandtesten und gerissensten Charakteren der Serie, so scheint er derzeit ein moralisches Tief zu durchleben. Auch Sansa bemerkt diesen Wandel, als ihr Tyrion berichtet, er vertraue den Versprechungen seiner Schwester, königliche Truppen Richtung Norden zu schicken. „Ich glaubte einst, Ihr wärt der klügste Mann der Welt“, kommentiert die Lady von Winterfell zynisch Tyrions scheinbar naive Zuversicht. Es lässt sich nur hoffen, dass sich Tyrions Kalkulationen bewahrheiten.

„Game of Thrones“: Staffel 8, Folge 1 – unbeantwortete Fragen

1. Worum handelt es sich bei Aryas geheimer Waffe?

Eine Anleitung für die perfekte Waffe? Arya scheint dies zu hoffen.

Bei ihrem Wiedersehen mit Gendry übergibt Arya ihm die Zeichnung einer Waffe, die der geübte Hufschmied für sie anfertigen soll. Diese besteht aus zwei Teilen, die sich zusammensetzen lassen. Beide haben spitze Enden, wovon eines mit dem Vermerk „Drachenglas“ versehen wurde. In einem Interview mit „Vanity Fair“ sprach der offizielle „Game of Thrones“-Waffenschmied Tommy Dunn zuletzt über einen zweiteiligen „showstopper“, der ihm beim Design- und Fertigungsprozess besonders große Freude bereitet habe. Wir können es kaum erwarten, Arya damit kämpfen zu sehen.

2. Was ist Cerseis Plan?

Cersei Lannister und Euron Greyjoy

Cersei hat sich fürs Erste hinter die sicheren Mauern von Königsmund zurückgezogen. Sie scheint darauf zu hoffen, dass die Truppen in Winterfell die Weißen Wanderer abwehren oder ihr aber genug Zeit verschaffen, um ihre eigenen Pläne in Gang zu setzen. Fraglich ist jedoch, ob sie sich hierfür mit den richtigen Partnern verbündet hat. Nicht nur, dass die Goldene Kompanie anscheinend nicht mal dazu in der Lage ist, Theon Greyjoy davon abzuhalten, seine Schwester vom armeeeigenen Boot zu retten. Auch Euron wird auf den Eiseninseln vermutlich nur noch wenig Einfluss haben, sobald Yara dorthin zurückgekehrt ist. Es bleibt also abzuwarten, ob Cersei sich tatsächlich in Sicherheit wiegt oder ob sie einen größeren Masterplan verfolgt.

3. Ist Cersei schwanger?

Scheint sich keine Sorgen über die Auswirkungen von Alkohol auf ihr ungeborenes Kind zu machen: Cersei Lannister

Ähnlich verhält es sich mit Cerseis angeblicher Schwangerschaft. Bisher hat sie nur Tyrion und Jaime hiervon erzählt. Es ist jedoch unklar, ob Cersei ihr (erfundenes) ungeborenes Baby nur als Druckmittel benutzt oder ob sie tatsächlich Nachwuchs erwartet. Auch ihre Reaktion auf Eurons Kommentar, er werde ihr einen Prinzen in den Bauch setzen, lässt sich auf verschiedene Weisen interpretieren. Spekuliert sie vielleicht darauf, sich wirklich von ihrem Verbündeten schwängern zu lassen und so ihren Bluff wahr werden zu lassen? Oder schmunzelt Cersei, weil sie weiß, dass sie bereits schwanger ist und Eurons Wunsch somit nicht in Erfüllung gehen wird? Und warum trinkt sie so viel Wein, wenn sie aufgrund der Prophezeiung, die ihr nur drei Kinder vorausgesagt hat, ohnehin mit dem Schlimmsten rechnen sollte?

Ob unsere Erwartungen erfüllt und die noch unbeantworteten Fragen geklärt werden, erfahren wir am 22. April via Sky. Wer in Deutschland wohnt und kein Abo bei dem Streaminganbieter hat, wird sich hingegen leider noch bis Oktober 2019 gedulden müssen. Erst dann läuft die achte Staffel bei RTL II.

 

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