Green On Red: Die Pechvögel

Nach zehn Jahren endete die Pechsträhne der US-Rocker, das neue Album ist fertig. Wenn da nicht dieses blöde Erdbeben gewesen wäre...

„Ich nehme das altes nicht mehr so ernst. Scheiße passiert halt, Manchmal mehr, manchmal weniger.“ Dan Stuart. Begründer. Sänger und Songschreiber von Green On Red hat allen Grund zu seiner achselzuckenden Lebenshaltung. Die zehnjährige Leidensgeschichte der Band klingt wie das Drehbuch zu einer zweitklassigen US-Klamotte. Titel: Die Unglücksraben. Das Green On Red-Drama im Schnelldurchlauf: sieben LPs bei sechs verschiedenen Plattenfirmen, zwei versaute Europa-Tourneen, eine kaputte Liebesgeschichte und permanent leere Geldbeutel.

Der bislang letzte Akt: Chuck Prophet, Green On Reds zweite kreative Hälfte, sammelt in San Francisco gerade die letzten Splitter seiner Gitarrensammlung auf. Sein Haus ist durch das Erdbeben völlig zerstört worden. Und trotzdem, echte Rock ’n‘ Roller geben nicht auf. „Uns wird es ewig geben. Es würde mich umbringen richtig zu arbeiten. Außer, ich dürfte bis an mein Lebensende Swimming Pools saubermachen und kleinen Jungs Baseball beibringen“, meint Stuart grinsend.

Ex-Stones-Produzent Glyn Johns hat Green On Red vor Schlimmerem bewahrt und mit Stuart und Prophet ihr achtes Album THIS TIME AROUND eingespielt. Natürlich nicht ohne Hindernisse: „Als ich nach L.A. flog, um Glyn das erste Mal zu treffen, hat mir jemand meinen Koffer geklaut. Und dann stand ich völlig abgerissen, mit der Gitarre in der Hand, vor diesem wunderschönen, sauberen Haus des Top-Produzenten und traute mich kaum zu klingeln.“

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