Happy Birthday: Green Days „DOOKIE“ wird 25 Jahre alt – wir haben nochmal reingehört

Am 1. Februar 1994 wurde DOOKIE, das dritte Studioalbum der Poppunkrock-Band Green Day, in den USA veröffentlicht. Das Album wurde nach den Verdauungsproblemen, welche die Band auf Tour oft hatte und die sie „Liquid Dookie” („Dookie” ist ein Slangwort für Kot) nannte, betitelt und markierte ihren, äh, Durchbruch im kommerziellen Sinne.

DOOKIE wurde zum Niedergang des Grunge geboren. Bands wie Nirvana, Soundgarden und The Melvins dominierten das (damals Trend-angebende) Musikfernsehen abseits des Pop. Green Day läuteten nebst Bands wie The Offspring und NOFX mit ihrem Mainstream-Punk das Ende dieser Ära ein.

Während The Offspring (die sich erst 1997 an Columbia Records „verkauften“) und NOFX ihren Independent-Punk-Labels treu blieben, und um die selbe Zeit trotzdem enormen Erfolg hatten, veröffentlichten Green Day mit DOOKIE erstmals eine Platte auf einem Majorlabel (in ihrem Fall das von Frank Sinatra gegründete Reprise Records).

Kooperation

Während die überwiegend Teenager ansprechende Band ihre Zielgruppe damit noch besser erreichen konnte, verabschiedeten sich Green Day damit gleichsam davon, in der übermäßige Kommerzialisierung ablehnenden Punk-Szene groß rauszukommen. DOOKIE verkaufte sich weltweit bisher etwa 20 Millionen Mal.

Anlässlich des 25. Geburtstages von DOOKIE haben wir das Album, ein Meilenstein in der Jugend vieler heutiger Musik-Aficionados, nochmal durchgehört. Diese fünf Songs sind dabei herausgestochen:

Basket Case

„Sometimes I give myself the creeps
Sometimes my mind plays tricks on me
It all keeps adding up
I think I’m cracking up
Am I just paranoid?
Or am I just stoned”

Kein Song fasst die damalige Geisteshaltung der „Generation Green Day” wohl so gut zusammen wie „Basket Case”. Billie Joe Armstrong schrieb das Lied als Reaktion darauf, dass eine Panikstörung bei ihm diagnostiziert wurde. Der Song mit der „Sind wir nicht alle ein bisschen verrückt?”-Message wurde so zur Signature-Punkrock-Hymne der 90er und frühen 2000er.

Ein kleines Revival erlebte der Song übrigens 2005 aufgrund eines täuschend ähnlichen Songs aus der Ovomaltine-Werbung:

All By Myself

„You and me had
Such wonderful times
When I’m all by myself
All by myself”

Der Bonus-Hidden-Track auf DOOKIE ist eine 1 Minute und 40 Sekunden lange Bereicherung. Geschrieben und ganz allein performt von Green-Day-Schlagzeuger Tré Cool ist der Song der perfekte Abschluss für das Album – oder eigentlich jedes Albums. (Nur zwei Jahre später sollte eine gewisse Céline Dion mit einem genauso betitelten Song sehr viel Erfolg haben…)

Hutch Harris (Ex-The-Thermals) sagte in einem Interview über Green Day bezüglich dieses Songs: „Sogar der geheime Track auf DOOKIE ist kurz und lustig und…ich weiß nicht, ob das treffend ist, aber er ist nicht „Endless, Nameless” (Hidden Track auf NEVERMIND von Nirvana).“ Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Emenius Sleepus

„It wasn’t long ago
And I was just like you
And now I think I’m sick
And I want to go home”

Mike Dirnt, der übrigens nach dem Geräusch benannt ist, dass er beim Luft-Gitarre-Spielen in der Schule immer machte, schrieb den Text zu „Emenius Sleepus”.

Dirnt, der eigentlich Michael Pritchard heißt, ist neben Haupt-Songschreiber Armstrong nicht oft als Lyric-Ersinner eingetragen, und daher nicht gerade als Wordsworth bekannt. Mit „Emenius Sleepus” ist ihm ein solider Hit gelungen, den Green-Day-Fans bis heute gern auf Konzerten mitgrölen.

Pulling Teeth

„Is she ultra violent?
Is she disturbed?
I better tell her that I love her
Before she does it all over again
Oh God, she’s killing me”

In „Pulling Teeth” geht es um Gewalt in Liebesbeziehungen – wirklich kein Grund zu lachen. Dennoch sticht der Song lachhaft heraus, weil er musikalisch sicher einer der schlechtesten auf DOOKIE ist.

Der mehrstimmige Gesang gepaart mit der Melodie, die eigentlich nur aus Pre-Refrain und Refrain besteht, ist, was Green-Day-Hasser ausgraben, wenn sie ihre Meinung in Diskussionen mit Beispielen unterlegen wollen. Und sie haben recht.

Welcome to Paradise

„Pay attention to the cracked streets
And the broken homes
Some call it slums
Some call it nice
I want to take you through
A wasteland I like to call my home
Welcome to paradise”

Die Single-Auskopplung (nebst „Longview”, „When I Come Around” und „Basket Case”) lässt verstehen, wieso Green Day 1994 in aller Munde waren. Der Songtext handelt (sehr punk-esque) von einem verlassenen (besetzten?) Haus, in dem die Bandmitglieder und einige andere eine Zeit lang wohnten.

Die Gitarrenriffs bleiben im Gedächtnis, ohne zu sehr in den Pop abzudriften, und es gibt sogar – für die Band recht selten – ein ziemlich nettes Gitarrensolo. „Welcome to Paradise” ist vielleicht einer der besten Songs, die Green Day je geschrieben haben. Bezeichnend, dass auf DOOKIE eigentlich nur eine erneute, weniger kratzige Aufnahme des Songs ist, der schon auf dem Vorgängeralbum KERPLUNK zu hören war.

Green Day konnten nie mehr ganz an den Erfolg von DOOKIE herankommen. Das Album AMERICAN IDIOT (inklusive dessen Musical-Adaption) von 2004 wurde zwar ähnlich gelobt und gefeiert, die Anzahl an Plattenverkäufen kam aber nie an die von DOOKIE heran. Trotzdem sind sie seit Jahren eine Stadionrockband.

Hier die vollständige Trackliste von „DOOKIE“:

  1. Burnout – 2:07
  2. Having a Blast – 2:44
  3. Chump – 2:54
  4. Longview – 3:59
  5. Welcome to Paradise – 3:44
  6. Pulling Teeth – 2:30
  7. Basket Case – 3:03
  8. She – 2:14
  9. Sassafras Roots – 2:37
  10. When I Come Around – 2:58
  11. Coming Clean – 1:34
  12. Emenius Sleepus – 1:43
  13. In the End – 1:46
  14. F.O.D. – 2:51
  15. HIDDEN TRACK: All By Myself – 1:40

Das Albumcover:

Green Day Albumcover DOOKIE 1994


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