In eigener Sache: Wir trauern um unseren langjährigen ME-Autor Harald inHülsen

Bei Musikjournalisten ist es ja oft so: Etwas verschroben und eigenartig sind wir allesamt, aber geben uns unserer Leidenschaft für Musik voll und ganz hin. Bei Harald inHülsen war die Leidenschaft zur Musik aber mehr als ein kleines, loderndes Feuer.

Insbesondere zwischen den Jahren 1978 und 1981 schrieb er unzählige Artikel sowie Plattenkritiken für den ME. Und eine Lieblingsgruppe hatte der Musikjournalist mit dem wohlklingenden Namen inHülsen dabei ganz sicher auserkoren: Die Avantgarde-Spezialisten von The Residents erhielten von ihm gleich sechs Mal die volle sechs-Sterne-Bewertung.

Seine wahre, zumindest musikalisch bedingungslose Liebe galt jedoch Iggy Pop und den Stooges. Die ging sogar so weit, dass er den ersten Iggy-Pop-Fanklub in Deutschland gründete und dessen Präsident wurde. Später widmete er sich dem Film, Musik blieb ihm aber eine Herzensangelegenheit.

Leider ist jede Reise auf Erden irgendwann mal zu Ende: InHülsen ist im Alter von 66 Jahren am 20. Mai dieses Jahres nach kurzer, aber schwerer Krankheit verstorben. Weil seine Artikel und Rezensionen für den ME aber zu Recht Kultstatus erreicht haben, hat sich das Internationale Filmfestival Hannover „up-and-coming“, dessen künstlerische Leitung inHülsen seit einigen Jahren inne hatte, etwas Besonderes einfallen lassen.

Mit der Lesung „Keep in Touch – Erinnerung an Harald inHülsen“ soll des ehemaligen ME-Autors während der 14. Ausgabe des internationalen Filmfestivals in Hannover am 24. November gedacht werden. An diesem Abend werden inHülsens gesammelte ME-Werke, die zwischen 1978 und 1981 entstanden sind, vorgelesen. Die schönsten Worte hierfür finden die Veranstalter selbst:

„Wir möchten an Harald erinnern, an den Menschen / den Filmemacher / den Musikkritiker / an die unzähligen Ideen und Impulse, die er gehabt und gegeben hat, mit denen er das Festival bereichert, ‚unmögliche’ Projekte auf die Beine gestellt und unzählige junge Menschen inspiriert und motiviert hat. Die Reihe „Wunden und Visionen der Megalopolen“, zum Beispiel. Oder „CITYZOOMS New York“. Oder „Sprungbrett“, die „masterclassfilm“ und zuletzt „shootingleibniz!“. Die Liste ließe sich fortsetzen. Er müsse zusehen, dass er zum Festival wieder fit sei – das war Haralds erklärter Plan, als er Anfang 2017 schwer erkrankte. Es kam anders. Wir möchten mit allen, die ihn schätzen, gemeinsam an ihn denken.“

Mehr über die Veranstaltung erfahrt Ihr auf der Website des Filmfestivals up-and-coming, das vom 23. bis 26. November 2017 in Hannover stattfindet.


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