Helge Schneider: Drohender Rechtsstreit nach Konzertabbruch

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Nachdem Helge Schneider am Freitag (23. Juli) seinen Auftritt beim „Strandkorb Open Air“ in Augsburg nach knappen 40 Minuten abbrach, drohen dem Entertainer nun juristische Konsequenzen. Die Sprecherin des Konzertveranstalters gab heute bekannt, rechtliche Schritte gegen den Sänger einleiten zu wollen. Auf diesen könnte nun eine Schadensersatzforderung zukommen.

„Ich hab keine Lust mehr“

Einen unterhaltsamen Musikabend hatten Besucher*innen des „Strandkorb Open Air“ in Augsburg vergangenen Freitag erwartet. Bei Sonne und kühlen Drinks wollten sie den geplanten Auftritt des Entertainers Helge Schneiders genießen. Für viele war es nach der langen Corona-Pause ihr erstes Live-Konzert. Nach 40 Minuten war dann der Spaß aber schon wieder vorbei: Schneider brach das Konzert wutentbrannt ab und verließ die Bühne. Seine Begründung: Durch ständig herumlaufendes Personal ließe sich kein Kontakt zum Publikum aufbauen.

Auf einem YouTube-Video ist festgehalten, wie Schneider seinen verfrühten Abgang dem Publikum gegenüber rechtfertigt. Es tue ihm leid, so Schneider, aber er könne unter diesen Umständen nicht auftreten. Zu viel Bewegung im Publikum für Schneiders Geschmack, zu wenig Kontakt mit selbigem. Was Schneider meint, wenn er davon spricht, das System sei „fadenscheinig und dumm“, bleibt jedoch unklar.

Das Konzept war bekannt

Nun schaltete sich das Veranstaltungsunternehmen zu dem Vorfall ein. Über ihre Sprecherin Birgit Gibson gab dieses bekannt, eventuelle Ansprüche auf Schadensersatz rechtlich prüfen zu wollen. Dabei verwies Gibson vor allem auf die Tatsache, dass Schneider das Konzept der Konzerte bereits hätte bekannt sein müssen. „Wenn Herr Schneider sagt, er bekommt kein Feedback vom Publikum“, so Gibson in dem Statement, „dann muss er sich fragen, ob es vielleicht an ihm liegt. […] Das Konzept ist jedem Künstler vorher bekannt“.

Gäste des Konzerts erhalten nun eine Rückerstattung des Ticketpreises. Die Kosten dafür könnte im Zweifelsfall Schneider selbst tragen müssen. Da das Unternehmen noch sechs weitere Konzerte mit dem Künstler angesetzt hat, muss nun auch entschieden werden, ob diese wie geplant stattfinden sollen.

Schneider auf Twitter: „Will kein Scheiß-Konzert geben“

Auf Twitter erklärte sich Schneider am Samstag nach dem Konzert (24. Juli) in einem Video. Hier erklärt er, er habe sich durch die ständige Bewegung des Gastronomie-Personals, welches er zunächst nicht als solche identifizieren konnte, massiv gestört gefühlt. Infolgedessen habe er die für den Auftritt nötige Konzentration nicht aufrechterhalten können. Er wolle kein „Scheiß-Konzert geben“ und Leute bei seinen Auftritten „begeistern“. Dies sei ihm in Augsburg nicht gelungen.

Von einer etwaigen Interpretation seines Auftritts als Kritik an den Corona-Maßnahmen distanziert sich Helge Schneider in einem separaten Tweet. „Querdenker und Co“, hieß es hier, könnten „ihre Instrumentalisierung stecken lassen“. Sein Abbruch sei einzig auf die Organisation der Gastronomie vor Ort zurückzuführen.


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