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Herbert Grönemeyers neues Album kommt noch 2018 – mit einem Song auf Türkisch

Herbert Grönemeyer hat am Mittwoch in Berlin überraschend einen neuen Song namens „Doppelherz“ vorgestellt – jedoch nur als „Demoversion“ von seinem Smartphone aus und in geschlossener Gesellschaft.

Als Überraschungsgast besuchte Grönemeyer die diesjährige Vertriebstagung seiner Plattenfirma Universal, mit der er seit seinem aktuellen Album DAUERND JETZT (2014) zusammenarbeitet. Universal-Chef Frank Briegmann begrüßte Grönemeyer gleich zu Beginn der Veranstaltung und sprach mit ihm über sein kommendes Album. Grönemeyer zeigte sich optimistisch, dass seine 15. Platte in absehbarer Zeit fertig werde und vielleicht noch vor Weihnachten 2018 veröffentlicht werden könne. Live sang Grönemeyer nicht, spielte dem Publikum aber von seinem Smartphone aus seinen neuen Song „Doppelherz“ vor – und der überraschte.

„Jeder braucht seinen Fluchtpunkt, seinen Platz, seine zweite Heimat“, singt Grönemeyer darin unter anderem und meint damit offenkundig nicht nur Lieblingsurlaubsorte, sondern versetzt sich damit auch in die Perspektive von Flüchtenden. Einige Zeilen singt der 62-Jährige auf türkisch, auch die Musik ist von türkischem Pop und Nahost-Folklore inspiriert. Einen Feature-Gast gibt es darauf auch zu hören: Einen weiteren deutsch-türkischen Part hat vermutlich der Berliner R’n’B-Künstler BRKN übernommen. Vermutlich, weil das Feature zwar zu hören war, Grönemeyer aber nicht näher auf den Song einging und Briegmann nicht nachfragte.

Grönemeyer stellte aber klar, dass sein ganzes Album von Themen wie diesen handele: „Mein Leben, meine Gedanken, Deutschland natürlich und die Zeit, in der wir uns befinden, diese sehr nervöse, unruhige Zeit“, das sei es, was ihn inspiriert habe. Eine Botschaft im Umgang mit dieser Zeit hatte er auch: „Es ist wichtig, mit diesen merkwürdigen Auswüchsen nach rechts gelassen umzugehen, denen ruhig und klar zu sagen – wie Eltern – ‚das wollen wir nicht‘, ‚das passt nicht her‘, das passt nicht in unsere Gesellschaft“. Und weiter: „Leute wie wir, die nicht morgens bis abends im Internet ihre Meinung abgeben, müssen lernen, anders laut zu werden. Entspannt laut zu werden.“ Grönemeyer (ent-)warnt: „Man muss aufpassen, dass man jetzt nicht hysterisch wird, wir Deutschen neigen ein wenig zu Angst.“

Ganz konkret sagte Grönemeyer außerdem: „Die Menschen, die herkommen sind willkommen. Wir bieten ihnen Schutz und ein neues Heim, und wir sind froh und stolz darauf, dass sie überhaupt uns ausgewählt haben. Aufgrund unserer Vergangenheit zu uns zu kommen – da gehört schon etwas Mut dazu.“ Grönemeyer wuchs im Ruhrgebiet auf und sah deshalb von kleinauf das Gute an Zuwanderung: „Die Mischung macht’s. Ohne diese Mischung gäbe es unser deutsches Wirtschaftswunder nicht.“



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