High Llamas


DIE HIGH LLAMAS SIND DIE LIEBLINGS-Band der Popfans und Kritiker um die 30, behauptet jedenfalls „Der Spiegel“. Und da ist durchaus was dran. Das Durchschnittsalter im Saal liegt deutlich über 25. Und als Sean O’Hagan und seine Mitstreiter die Bühne betreten, werden sie mit zurückhaltendem Applaus empfangen, der eigentlich untypisch ist für ein Popkonzert. Doch das ändert sich schnell. Schon mit dem zweiten Stück, „The Sun Beats Down“ vom jüngsten Album „Cold And Bouncy“, hat die Band die etwa 400 Leute in ihren Bann gezogen. Cool und unaufgeregt spielen die High Llamas ihre Songs. Ganz allmählich bauen sie eine Atmosphäre auf, die immer eindringlicher wird, beinahe schon hypnotisch. Diese Magie hält auch in jenen Momenten an, in denen technische Probleme die Gruppe kurzzeitig aus dem Gleichgewicht zu bringen drohen. Mal ist’s das elektrische Banjo, das stumm bleibt, mal ist’s eine Box, die übersteuert. Die Band geht gelassen darüber hinweg, und das Publikum nimmt die Störunge kaum zur Kenntnis. Da läßt es sich schon lieber von O’Hagans brüchiger Stimme in den Bann ziehen. Die High Hamas erreichen manchmal eine fast psychedelische Intensität. Die Joints, deren süßlicher Rauch die Luft vernebelt, passen dazu ganz prima.