Hurricane Festival 2016: Alles Gute zum 20. Geburtstag!

Die Motocross-Rennstrecke Eichenring ist über die Jahre zum Sehnsuchtsort für Zehntausende partywütige Musikliebhaber geworden. Denn genau das macht den Reiz des „Hurricane“ aus: Party und Musik passieren hier gleichzeitig, nicht einfach nur nebeneinander. FKP Scorpio, der Veranstalter dieses zweitgrößten deutschen Livemusik-Festivals, hat eine Marke geschaffen, die für Jugend, Unbeschwertheit und ein intensives Wochenende steht. Und das – gerade am Anfang –  unter Einsatz der letzten Mittel bis kurz vor der privaten Überschuldung. Rund 20 000 Zuschauer kamen 1997 zum ersten „Hurricane“, heute sind es 70 000.

Der deutsche Festivalmarkt ist unglaublich umkämpft. Und das nicht erst, seitdem mit „Rock im Revier“ 2015 die nächste Mega-Veranstaltung aus dem Boden gestampft wurde. Das „Hurricane“ schafft es in diesem Wettbewerb allerdings nicht nur, durch den ein oder anderen Headliner Höhepunkte zu setzen, besonders das Mittelfeld und die kleineren Buchungen zeigen, dass hier Liebhaber am Werk sind. Die Macher des „Hurricane“ haben ein gutes Näschen für Bands, die kurz vor dem Durchbruch stehen. Da steht man an einem verregneten Sonntagmittag an der Zeltbühne vor noch völlig unbekannten Bands wie Tame Impala oder Alt-J und darf ihnen dann in den folgenden Jahren beim Wachsen zusehen – nicht zuletzt wieder auf dem „Hurricane“ und seit 1999 auch auf dem süddeutschen Schwesterfestival „Southside“.

Aber eben auch bei den dickeren Fischen wusste das „Hurricane“ immer wieder zu verblüffen. Beastie Boys, Björk, The Cure, Blur, Massive Attack, Pavement, Nine Inch Nails, Iggy Pop, Pixies und Radiohead sind Namen, die zeigen, dass die Veranstaltung am Eichenring grundsätzlich „alternative“ Wurzeln hat. Nicht zuletzt das „Hurricane“ hat die Entwicklung in Deutschland mit vorangetrieben, dass Acts aus diesem Segment heute zu den ganz großen Namen auf Festivalplakaten gehören. Aber auch ein David Bowie hat 2004 in Scheeßel gespielt – eine Laune des Schicksals: Es war sein letztes Konzert überhaupt.

Dass das „Hurricane“ heute um die ganz großen Headliner mitbieten muss, ist neben der schieren Größe des Festivals dem grundsätzlichen Wandel des Publikums geschuldet. Heute ist es der Event-Charakter, der auch Menschen zum „Hurricane“ zieht, für die (Live-)Musik unterm Jahr nicht unbedingt die wichtigste Rolle spielt. Eine andere Entwicklung: Das Festival hat schon früh die popmusikalische Entwicklung hin zu mehr HipHop und elektronischer Musik erkannt. Ein Act wie Daft Punk stand schon 1997 mit auf dem Programm, seit 2010 gibt es die „White Stage“ für diesen Sound.

Für das diesjährige „Hurricane“ und das „Southside“ vom 24. bis 26. Juni wurden folgende Acts bestätigt:

Rammstein, Mumford & Sons, The Prodigy, Deichkind, K.I.Z, Axwell Ingrosso, The Offspring, AnnenMayKantereit, Dropkick Murphys, Bloc Party, James Bay, Fritz Kalkbrenner, Two Door Cinema Club, Trailerpark, The Hives, Boys Noize, Digitalism, A-Trak, Flogging Molly, Editors, Frank Turner & The Sleeping Souls, Bosse, Jennifer Rostock, Wanda, Prinz Pi, Royal Republic, Genetikk, Boy, Die Orsons, The Wombats, Boysetsfire, The Subways, Pennywise, Feine Sahne Fischfilet, Von Brücken, Haftbefehl, Maximo Park, Zeds Dead, Gestört aber Geil, Egotronic, HVOB, Rampue Joris, Blues Pills, Anti-Flag, Skindred, Gloria, Kvelertak, Eskimo Callboy, Courtney Barnett, Zebrahead, Poliça, Jack Garratt, Yeasayer, Turbostaat, Jamie Lawson, Emil Bulls, The Heavy, Oh Wonder, Chakuza, Balthazar, Good Riddance, Zugezogen Maskulin, Schmutzki, Hiatus Kaiyote, Ryan Bingham, Chefket, The Devil Makes Three, Rat Boy, The Stanfields, Highasakite, Børns, Ho99o9, Kelvin Jones, Erik Cohen, Vauu, Kiko King & creativemaze, Tired Lion, I Am Jerry.


Golden Globes 2020: Die fiesesten Sprüche von Ricky Gervais
Weiterlesen