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„In den Gängen“-Kritik: Kino, das Hoffnung macht

Kino, das Hoffnung macht, ist willkommen. Es ist selten. Noch seltener ist Kino, das Hoffnung macht und seine Hoffnung nicht einfach behauptet, sondern entstehen lässt aus dem Zusammenspiel seiner Figuren. Thomas Stuber macht ein solches Kino. Ein Kino, das seine Figuren die Ärmel hochkrempeln und den Glauben an sich selbst nicht verlieren lässt. Der Gewinner des Studenten-Oscars findet in seinen Filmen eine ganz stille, wunderbare Poesie, weil er nicht nur die Charaktere, deren Geschichten er erzählt, zutiefst liebt, sondern auch die mondäne Welt, in der sie sich bewegen. Wenn
er in „In den Gängen“ seine Kamera zu den Klängen der „Blauen Donau“ durch die noch leeren Gänge eines Supermarkts tanzen lässt, dann ist das kein ungelenkes oder gar anmaßendes Kubrick-Zitat, sondern ein Glaubensbekenntnis: der stinknormale Ort, an dem sich seine ebenso stinknormalen Figuren bewegen, das ist eben sein endloses, prachtvolles Weltall. Hier docken Menschen aneinander an wie die Raumschiffe bei Kubrick. 2018 – Odyssee im Großmarkt.

Hier geschehen die ungeahntesten menschlichen Dinge. Hier kann es sogar vorkommen, dass Menschen einander finden. Davon, von der Liebe und wie sie eine Himmelsmacht sein kann, ohne romantisch verklärt zu werden, erzählt „In den Gängen“ (wie schon der Vorgänger „Herbert“ wieder geschrieben mit Clemens Meyer): Ein Mann, gespielt von dem wunderbaren Franz Rogowski, wagt einen Neuanfang und findet in Gestalt von Sandra Hüller die Frau, mit der er leben will. Dass sie verheiratet ist, ist nur eines der Probleme, die es zu lösen gilt. Während die Kamera tanzt und die Menschen ihr Leben führen.

„In den Gängen“ startet am 24. Mai 2018 in den deutschen Kinos. 


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