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Jenny Wilson geht live dorthin, wo es wehtut

Auch wenn es im von Anfang sehr ambitionierten Werk der Sängerin, Songwriterin und multiinstrumental tätigen Musikerin Jenny Wilson schon immer Tiefe, Kanten und reichlich Schürfstellen gab, fand sich darin doch auch zuverlässig eine Poppigkeit, die dem Hörer den Zugang relativ leicht machte. Das brachte ihr Vergleiche mit Kolleg*innen wie Robyn und Goldfrapp ein. Warum ihre Ohrwürmer meist doch nur durch kleinere Nischen hallten, bleibt ein fieses Rätsel.

Ihr neues, fünftes Album EXORCISM ist jedoch ein ganz eigenes Kaliber – seinen Titel trägt es nicht von ungefähr. Schon die Vorabsingle „Rapin*“ mitsamt seinem verstörenden Animations-Video machte deutlich, dass es diesmal ans Eingemachte geht: Wilson thematisiert darin sehr deutlich die eigene Erfahrung eines sexuellen Übergriffs. Und um diese Katastrophe, die damit verbundenen Gefühle und Situationen dreht sich letztlich das gesamte Album.

Video: Jenny Wilson – „Rapin*“

Paula Irmschler schreibt in ihrer Rezension für uns: „Neun Songs klingen wenig, wirken hier aber wie eine Ewigkeit. Denn sie sind nicht tröstlich, machen nichts gut, sie versprechen einem keinen Gewinn. Die Traumatisierung wird schmerzlich nachvollziehbar, immer wieder erzählt sie von der Tat, von dem Täter, von ihrem Umfeld und der Gesellschaft.“

Musikalisch werden die neuen Stücke vom Prophet-6-Synthesizer Jenny Wilsons dominiert, dessen wuchtige Analogsounds die Basis bilden. Loops, Bleeps, Herzfrequenz-Töne und alle möglichen anderen oft brachialen Sounds werden gerade live ihre Wirkung bestimmt nicht verfehlen.

Eine dicke Empfehlung von uns für einen ganz sicher nicht alltäglichen Konzertabend, am Donnerstag, 26. April, im „Ritter Butzke“ in Berlin – präsentiert vom Musikexpress. Tickets gibt es hier.

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