Kanye West kündigt BULLY ohne KI an – Tracklist veröffentlicht, Kritik bleibt

Ye will für BULLY auf KI verzichten. Doch frühere Aussagen erzählen eine andere Geschichte.

Kanye West, der sich inzwischen als Ye bezeichnet, hat die Tracklist seines kommenden Albums BULLY veröffentlicht und zugleich betont, dass darauf „keine KI“ zum Einsatz komme.

Die Ankündigung erfolgte am 25. März über seinen X-Account, wo er die vollständige Songliste teilte und den knappen Kommentar „BULLY ON THE WAY NO AI“ hinzufügte.

Widersprüchliche Aussagen zur KI-Nutzung

Das neue Werk umfasst 18 Tracks, darunter bereits vorab angeteaserte Stücke wie „Preacher Man“ und „Beauty And The Beast“. Weitere Titel sind unter anderem „All The Love“, „Father“, „Whatever Works“ und „Circles“.

Mit seiner Aussage, auf künstliche Intelligenz zu verzichten, widerspricht Ye eigenen früheren Aussagen. In einem Interview mit dem US-Moderator Justin Laboy erklärte er 2025, KI in seinem kreativen Prozess ähnlich zu nutzen wie einst Auto-Tune – als Werkzeug zur Erweiterung musikalischer Möglichkeiten. Beobachter:innen vermuteten damals sogar den Einsatz der Plattform Audimee, die KI-gestützte Stimmveränderung ohne Lizenzprobleme ermöglicht.

Enge Vertraute wiesen diese Darstellung jedoch zurück: Sowohl Ex-Yeezy-Stabschef Milo Yiannopoulos als auch Manager Peter Jideonwo erklärten, dass BULLY keine KI-Elemente enthalte.

Verzögerte Veröffentlichung und geplante Live-Auftritte

BULLY wurde ursprünglich bereits vor zwei Jahren angekündigt und sollte am 20. März erscheinen. Ein konkretes Release-Datum steht weiterhin aus. Parallel dazu kündigte Ye eine LP-Launch-Show in Los Angeles für den 3. April sowie mehrere Europa-Termine für 2026 an. Es wären seine ersten Headliner-Auftritte in Europa seit über einem Jahrzehnt. Bereits 2016 musste er die Europa-Termine seiner „Saint Pablo“-Tour absagen.

Auch musikalisch blieb Kritik nicht aus: Beim Rolling Loud Festival 2024 wurde Ye vorgeworfen, kaum aktiv performt zu haben, als er gemeinsam mit Ty Dolla $ign auftrat.

Das große Problem: Ye selbst

Neben seiner (ebenso problematischen) Musik sorgt Ye seit Jahren vor allem durch kontroverse Aussagen und Handlungen für Schlagzeilen. Besonders kritisch wird sein wiederholter Umgang mit antisemitischen Äußerungen bewertet. Anfang 2025 zog er eine frühere Entschuldigung gegenüber der jüdischen Community zurück und bezeichnete sich zeitweise selbst als „Nazi“, bevor er diese Aussage wenige Tage später relativierte.

Die Kritik verschärfte sich, als kurz darauf erneut Inhalte mit Bezug zu nationalsozialistischer Symbolik auf seinen Social-Media-Kanälen auftauchten. Organisationen wie die niederländische Anti-Antisemitismus-Initiative CIDI äußerten daraufhin „tiefe Besorgnis“ über geplante Konzerte in Europa.

Bereits im November 2025 hatte Ye sich bei einem Treffen mit einem Rabbiner für frühere Aussagen entschuldigt. Im Januar 2026 erklärte er jedoch öffentlich, diese Entschuldigung stehe nicht im Zusammenhang mit seinem Album oder einer Imagekorrektur. Gleichzeitig sprach er erneut über seine Diagnose einer bipolaren Störung Typ 1, die er zuvor relativiert hatte.