Kinofilme der Woche: „The Love That Remains“ und „Sechswochenamt“
Pálmasons „The Love That Remains“ und das gefeierte Debüt „Sechswochenamt“ gehen unter die Haut. Hier unsere Reviews.
Was solltet ihr in dieser Woche im Kino schauen? Hier kommen unsere zwei Empfehlungen.
„The Love That Remains“
Lachen, wenn es am meisten wehtut: Das wundersame Kino des Hlynur Pálmason.
Was man bisher an dem Kino von Hlynur Pálmason mochte – der mit „Godland“ den Sprung in die A-Klasse der Autorenfilmemacher schaffte –, war seine filmemacherische Strenge, die vollständige Kontrolle über alles, was sich auf der Leinwand abspielt: ein Spiegel seiner obsessiven Geschichten voller Härten. „The Love That Remains“ ist gewissermaßen ein Test, weil der Isländer hier von einer zerrütteten Ehe und der betroffenen Familie mit drei Kindern erzählt, dabei aber einen leichteren Ton anschlägt, als man es von ihm gewohnt ist. Ein Lacher dürfte ein Novum im Schaffen Pálmasons sein.
Und doch findet er die Balance – mit seinen Bildern der schroffen und schönen Natur Islands, in der sich eine Künstlerin emotional immer weiter von ihrem seefahrenden Ehemann entfernt, der oftmals über Wochen hinweg abwesend ist. Der Kinder willen verharrt sie und findet einen Ausweg in ihrer Kreativität. Das geht einem bei aller Eigenwilligkeit der Gestaltung nahe. Und man muss lachen über das bisschen Liebe, das hier bleibt.
Viereinhalb Sterne
„Sechswochenamt“
Das Leben und wie man mit dem Tod lebt: herausragendes Regiedebüt!
Wem es im Kino bevorzugt scheppern muss, der muss diese kurze Review wirklich nicht weiterlesen. Das autofiktionale Spielfilmdebüt von Jacqueline Jansen besitzt eine aufgeräumte Feingliedrigkeit, die Aufmerksamkeit erfordert. Und es geht um etwas: „Sechswochenamt“ soll unter die Haut gehen. Das ist die Mindestanforderung, wenn man von einer jungen Frau zu Beginn der Corona-Pandemie erzählt, die den Krebstod der 55-jährigen Mutter verarbeiten muss und sich dabei immer mehr von ihrem Umfeld und ihrer Gemeinde entfernt – um auf diese Weise wundersam zu sich zu finden.
Das ist spärlich und minimal, aber genau richtig erzählt. Und gibt Magdalena Laubisch den Raum anzukündigen, dass sie die neue Sandra Hüller sein könnte.
Fünf Sterne







