Kontrolliert


Wer gut gekleidet ist, entscheidet Wäis Kiani. Heute vor dem Stilgericht: Cher.

Die Dame auf dem Bild ist 64 Jahre alt und sie ist berühmt dafür, dass sie sehr viel Geld dafür ausgibt, sehr viel jünger zu wirken. Ist ihr das gelungen? Wir finden: nein. Cher, Ikone aller Generalüberholten, sieht aus wie jemand, der nicht nur alt, sondern auch senil geworden ist.

Das Glitzerleibchen mit extratiefem Nachthemd-Dekolleté hat alles, was ein vorteilhaftes Kleid für eine Lady haben muss: einen Aus­schnitt, der ihre nicht mehr ganz steinharten Brüste halb nackt lässt und den BH zeigt, Dreiviertelärmel aus schwarzer durchsichtiger Spitze, und eine Länge, dass man Angst haben muss, sie könnte auf einen Slip verzichtet haben. Das Modell „intakte Oma“ hat ihr so gut gefallen, dass sie sich gleich mehrere davon hat schneidern lassen, um sie weltweit bei allen Premierenfeiern ihres neuen Films „Burlesque“ zu tragen. In dem Film spielt sie an der Seite einer anderen begabten Schauspielerin, Christina Aguilera, einen alternden Bühnenstar. Natürlich, was sonst?

Wer sich nach 25 Schönheits­operationen noch einmal für eine halbe Million Dollar runderneuern lässt, um für die nächsten vier Jahre in Las Vegas auf der Bühne stehen zu können, möchte wahrscheinlich keinen Zentimeter zu viel der hochbezahlten überstrafften Gummihaut bedeckt lassen, das ist klar. So warten wir geduldig auf eine Cher-Modelinie, in der sie uns zeigen wird, wie sexy man auch ab 70 in Porno-Kleidern neben sehr jungen Sex-Kitten in knielangen Pencilskirts und hochgeschlossenen Schleifenblusen aussehen kann.