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Kraftklub wollen wegen Frei.Wild ihre Echo-Nominierung zurückziehen

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Kraftklub wollen nicht mehr für einen Echo nominiert sein. Die Band aus Chemnitz hat ihre Plattenfirma Universal Music gebeten, ihre Nominierung in der Kategorie „Rock/Alternativ National“ zurückzuziehen.

„Wir haben unsere Plattenfirma gebeten, dafür zu sorgen, daß unsere Nominierung für den Echo in der Kategorie „Rock/Alternativ National“ zurückgezogen wird“, schreiben Kraftklub auf Facebook. „Wir möchten nicht weiter in einer solchen Reihe genannt werden“, heißt es weiter, „obwohl wir uns gefreut haben zusammen mit Mia., Die Toten Hosen, Unheilig, und Die Ärzte nominiert gewesen zu sein. Schade um die schöne Aftershowparty…“ .

Diese Erklärung lässt den eindeutigen Schluss zu, dass Kraftklub nicht neben der ebenfalls nominierten Band Frei.Wild genannt werden wollen. Auf den Facebook-Seiten beider Bands und darüber hinaus geht nun die Debatte um Nationalismus in der Rockmusik und den Umgang damit weiter, die vor zwei Wochen ihren vorläufigen Höhepunkt fand: Das With Full Force-Festival hatte die kontrovers diskutierte Band Frei.Wild als auftretende Band bestätigt, woraufhin Festivalpräsentatoren und -sponsoren wie Visions, Festivalguide und Jägermeister aus dem Festival vorerst oder endgültig ausstiegen.

Schon davor, als Jennifer Rostock ankündigten, niemanden mit Frei.Wild-T-Shirts mehr auf ihren Konzerten sehen zu wollen und als Jupiter Jones im ZDF sagten, Frei.Wild spielten mit ihren Texten Nationalisten und Rechtspopulisten in die Arme, folgte ein Sturm der Entrüstung seitens der Frei.Wild-Fans. Frei.Wild reagierten auf die Kritik bisher ausweichend, angreifend, mit „Nazis raus“-Rufen auf ihren Konzerten oder mit Verweis auf eine eigene Homepage, in der sie die Medienberichte über ihre Band in gut und schlecht unterteilen.

Die Echo-Nominierungen wurden am 5. März 2013 bekanntgegeben. Die Verleihung findet am 21. März in Berlin statt.

Hier der „aspekte“-Beitrag vom ZDF, gesendet am 30. November 2012:

 



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