„Labor Tempelhof“: So nachhaltig wurden die Konzerte von Die Ärzte und den Toten Hosen geplant

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Hunderttausende haben an den vergangenen beiden Wochenenden die Konzerte der Ärzte und der Toten Hosen auf dem Tempelhofer Feld gesehen. Mitten in der Hauptstadt bespielten beide Bands den ehemaligen Flugplatz – und haben bewiesen, dass solch große Konzerte nicht zwingend auf Kosten der Natur abgehalten werden müssen. So wurden die drei Shows für das sogenannte „Labor Tempelhof“ zur Verfügung gestellt, um möglichst klima- und ressourcenpositive Produkte, Prozesse und Innovationen in der Umsetzung zu testen.

Vom Reden ins Handeln kommen

Ins Leben gerufen haben das Projekt die Veranstalter, denen es laut eigener Aussage noch nicht um Perfektion ging. Viel eher war es ihnen ein Anliegen, herauszufinden wie Großkonzerte in Zukunft „kreislauffähig“ umgesetzt werden können – oder, falls das nicht möglich ist, zumindest „so nachhaltig wie möglich“. Ziel sei es, dass künftig Veranstaltungen in jener Dimension mit positiven Auswirkungen für Mensch und Umwelt zum Standard werden – um vom „Reden (endlich) ins Handeln zu kommen und dadurch auch Inspiration und Anstoß für andere Bands (und die gesamte Branche) zu sein“, so die Initiatoren.

Schöne, grüne Welt

Konkret wurden alle drei Konzerte mit 100% Ökostrom betrieben – mit Ausnahme der Lichtmasten. Diese waren mit einem Kraftstoff betankt, welcher zu 70-90% weniger Emissionen führt als traditioneller Diesel. Zudem soll ein verstärktes vegan-vegetarisches Gastroangebot Millionen Liter von Wasser gespart haben. Noch etwas freut die Natur: Ein Teil der menschlichen Ausscheidungen wurden für Dünger zurückgewonnen und zu Humus weiterverarbeitet. Hinzu kommt, dass eine Aufbereitungsanlage das Wasser der Handwaschbecken in die Toilettenspülungen umgeleitet hat. Und: Das verwendete Geschirr war größtenteils biologisch abbaubar.

Farin Urlaub kommentierte diese Anstrengungen selbst auf der Bühne am Sonntagabend. Sinngemäß sagte er, dass sehr viele Menschen sehr lange daran gearbeitet hätten und der Spaß auch nicht ganz billig gewesen wäre, aber hoffentlich sinnvoll.


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