Mardi Gras.BB: Köln, Stadtgarten

Tanzstunde mal anders: Lektionen in Groove.

Neun Männer bahnen sich mit viel bebläse und noch mehr Getöse den Weg durchs Publikum, und dann wird erst mal eine Runde im Saal gespielt. Die ersten Tanzbeine vibrieren schon, als Mardi Gras.BB dann doch gen Bühne von dannen ziehen. Gut so, denn erst so können alle sehen, was für eine modisch-offensive Tapete Reverend Krug zu seinem weiß lackierten Sousaphon spazieren führt: knatschroter Anzug, schwarzer Stetson, Sonnenbrille, Schlangenlederstiefel. Schön, wenn man Exzentrik zum Beruf machen kann. Abgesehen vom Outfit überzeugen Mardi Gras.BB durch eine ausgeklügelte Choreogaphie. Überzogene Posen und eine sleazy Animation, wie sie im Club Robinson nicht besser sein könnte – Band geht in die Knie, Publikum macht kollektiv dasselbe – sorgen dafür, dass die mittlerweile durch DJ Mahmut und Zeremonienmeister Doktor Wenz komplettierte Formation elegant am Muckertum vorbeisegelt. Die Mardi Gras.BB-Elf macht einen prima Job, gut angespitze Bläsersätze von Saxophonen, Posaunen und Flügelhörnern werden eins mit Samples und Scratches, Bass- und Snaredrum machen kontinuierlich Druck, und Doktor Wenz ist als Sänger und Conferencier in allen Versatzstücken des Abends zuhause: Country und Bluegrass werden gespielt, Jazziges und Big-Band-Sound abgefeiert, Rockklassiker und Filmmusiken geplündert, aus New-Orleans-Zutaten wird ein leckeres Alligatorensüppchen geköchelt. Party hard, und wenn’s irgend geht: noch härter.

www mardigrasbb.com

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