Mark Eitzel und die Schattenseiten des Daseins

Ehrlich: Keiner vermag es perfekter, so existentiellen Gefühlen wie Sehnsucht, Melancholie und Verlorenheit in Liedern Ausdruck zu verleihen wie Mark Eitzel. Er ist der ewige Verlierer, dadurch steht er in der Tradition von verkannten Großmeistern wie Jacques Brei, Nick Drake, Scott Walker oder Tim Buckley – Musiker, für die der Abgrund Inspirationsquelle Nummer 1 war.

„Richtig“, schwärmt Eitzel, 37Jähriger Schlacks aus San Francisco, „ich bin eine morbide Persönlichkeit, ich liebe es, mich kaputt und resigniert zu fühlen. Mein Herz schlägt nachts schneller und intensiver als am Tag – wahre Romantik, die ja immer mit Leid einhergeht, hängt für mich nur in der Luft, wenn es dunkel in der Welt ist.“ Der charismatische Exzentriker hat sich nach fünf Alben von seiner früheren Band American Music Club getrennt, um jetzt mit ’60 Watt Silver Lining‘ sein erstes Solo-Werk vorzulegen. „Ich wollte keine Demokratie mehr“, ereifert sich Eitzel, „ich war es müde, immer nur zu diskutieren.“

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