MC5

Kick Out The Jams (1969)

47 Der“.Rolling Stone“ beschrieb Detroits MC5 einmals als „die erste JOer-Band der Sechziger Jahre“, und die Energie, mit der sie die Gehörgänge auf diesem Live-Album attackieren, beinhaltet schon alles, was Punk-Rock spater angeblich so neu und anders machte. Ideologisch hatten die Motor City Five, wie sie eigentlich hießen, dagegen so gut wie nichts mit dem Nihilismus des Punk zu tun. Sie waren extrem politisch und fochten für mehr oder weniger utopische Ziele (Abschaffung allen Geldes, kostenlose Drogen, Sexualverkehr auf der Straße etc.). Im explosiven Jahr 1968 spielten sie inmitten der Krawalle, die den Parteitag der Demokraten in Chicago begleiteten. Außerdem waren MC5. obwohl man davon auf „Kick Out The Jams“ absolut nichts hören kann, glühende Free-Jazz-Fans. Die Gitarristen Wayne Kramer und Fred „Sonic“ Smith (späterer Ehernann von Patti Smith) wollten durch pure Rock ’n‘ Roll-Energie die gleiche elektrisierende Wirkung erzielen wie es John Coltrane und Pharoah Sanders mit ihren Saxophon-Duellen für die Jazz-Fraktion gelang. Das Album landete zunächst wegen des einleitenden Ausrufs „Kick out the jams. molheifnkkcrs!“ fast überall auf der schwarzen Liste. Zu ihrer Schande nahm die Band wenig später eine“.saubere“ Fassung auf, in der sie den beanstandeten Terminus durch „Brothers and Sisters“ ersetzten.

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