Mein Freund Axel


Nette Geste: Wolf Maahn singt ein Hohelied auf seinen langjährigen Weggefährten und Gitarrero Axel Heilhecker In all den Jahren, in denen wir uns kennen, kam ich immer wieder in den Genuß, seine „homegrown‘-Demos zu hören, die mich oft tief beeindruckten. Seit Jahren weiß ich sein Feeling und seine spielerische Vielseitigkeit zu schätzen. Dazu kommt seine unglaubliche Geduld und Leidenschaft, mit immer anderen Effekten immer wieder neue, geile Gitarrensounds zu entdecken. Die Rede ist von Axel Heilhecker, bisher vor allem bekannt als Gitarrist meiner Band. Seine Originalität und Kreativität verdiente eigentlich schon lange einen ureigenen, persönlichen Output. Dieses Jahr kam nun „Strange Sex“, sein erstes Solo-Album. Und es war auch deshalb überfällig, weil er seit jeher immer wieder gute Song-Ideen hatte. „Der Clown hat den Blues“ oder „Stunde um Stunde“ sind beispielsweise auf Grund seiner Instrumental-Demos entstanden. Wer sich in Axels Heimstudio den Weg durch 32 Gitarren gebahnt hat, steht vor einer wahren Hexenküche von Effektgeräten, Mischpulten, Sequenzern und Samplern, die nur einer zu bedienen weiß. Er selbst. Was herauskommt, ist ein äußerst eigenständiger Sound und garantiert kein Wolf Maahn-Abklatsch. Das ganze stilistisch einzuordnen, ist unmöglich. Ein Großteil von „Strange Sex“ basiert auf Hip Hop und magischen Ethno-Rhythmen, die der Zusammenarbeit von Talking Heads und Brian Eno entstammen könnten. Dann wieder folgen Passagen, die an David Bowie oder gar an Zappa denken lassen. Was mich allerdings am meisten berührt, sind die Stükke, die ich „Axels wilde Weite“ nennen würde. „Down To Myself“, „Rice and Roses“ und „Waitin“ zeigen sein großes Talent, atmosphärische, ruhige Musik voll wilder, tiefer Schönheit zu machen.