„Melania“-Doku fliegt raus: Fake-Tickets und verbotene Kino-Sprüche
Amazon stoppte „Melania“ nach ironischen Kino-Sprüchen. Dazu kommen Vorwürfe manipulierter Ticketverkäufe und Massenverteilungen. Alle Hintergründe.
Amazon hat die Dokumentation „Melania“, die sich mit der aktuellen First Lady Melania Trump beschäftigt, aus einem Kino in Oregon zurückgezogen. Grund dafür sollen Spannungen mit dem Kinobetreiber gewesen sein, der den Film ironisch-kritisch angekündigt hatte – nur wenige Tage nach einem verdächtig starken US-Start.
Am Eröffnungswochenende spielte „Melania“ in den USA rund sieben Millionen US-Dollar ein und erreichte Platz drei der Kinocharts. Für eine politische Dokumentation ist das ein ungewöhnlich hoher Wert, der Branchenexpert:innen als fragwürdig aufstieß.
Amazon deckt Trump
Das „Lake Theater & Café“ in Portland bewarb den Film auf ihrem Kinoleuchtschild mit humorvollen Botschaften: „Does Melania wear Prada? Find out Friday.“ und „To defeat your enemy, you must know them. Melania starts Friday.“
Während der erste Spruch augenzwinkernd auf den Film „Der Teufel trägt Prada“ anspielt, nutzt der zweite ein Sun-Tzu-Zitat, um die First Lady ironisch als „Feind“ zu charakterisieren. Laut Theatermanager stießen diese Formulierungen bei Amazon auf Unmut. Kurz darauf wurden die Vorführungen eingestellt und das Marquee umdekoriert: „Amazon called. Our marquee made them mad. All Melania showings cancelled. Show your support at Whole Foods instead.“
Diskussion um Ticketverkäufe
Parallel zur Kontroverse um ironisches Marketing gab es Spekulationen über künstlich aufgeblähte Ticketverkäufe. Branchenanalyst:innen wie Tom Brueggemann wiesen darauf hin, dass große Mengen Tickets in Blöcken gekauft und kostenlos weitergegeben worden sein könnten – etwa an Seniorenheime oder parteinahe Organisationen. Solche Massenverteilungen könnten offizielle Einnahmen stark erhöhen, ohne dass die Kinosäle tatsächlich voll gewesen wären.
Die genauen Verkaufspraktiken der Kinos sind nicht transparent, weshalb schwer nachvollziehbar ist, ob die Einnahmen das tatsächliche Publikum widerspiegeln. Amazon bestreitet ungewöhnliche Ticketkäufe, doch die Vorwürfe bestehen weiterhin. Auch, weil die Publikumszahlen und die Einnahmen für eine Dokumentation dieser Art auffällig stark ausfielen – besonders im Vergleich zu internationalen Märkten.
Internationale Unterschiede
Außerhalb der USA lief „Melania“ deutlich schwächer: In Großbritannien und Australien blieben viele Vorstellungen spärlich besucht, die Einnahmen gering. Branchenexpert:innen sehen darin einen weiteren Hinweis dafür, dass der US-Erfolg nicht vollständig auf echtes Publikum zurückzuführen ist und dass die hohen US-Zahlen teilweise durch kontroverse Verkaufspraktiken zustande gekommen sein könnten.
Kritik vs. Publikum
Die Kritiken für „Melania“ fallen überwältigend negativ aus. Auf Rotten Tomatoes hält der Film rund fünf Prozent, während die Publikumsbewertung bei über 80 Prozent liegt. Diese Diskrepanz könnte ebenfalls darauf hindeuten, dass ein Teil der positiven Rückmeldungen nicht organisch zustande gekommen ist, sondern möglicherweise durch die gleiche Strategie von Ticketverteilung beeinflusst wurde.
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