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„Print Your City“: Ein Designbüro druckt Outdoor-Möbel aus Plastikmüll

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Wie stellte man sich einst die Zukunft vor? Vernetzt, schnell, voller Innovationen. Während wir bisher einiges davon erreicht haben, wurden andere Punkte außer Acht gelassen, wie zum Beispiel die Umweltverschmutzung und vor allem die Tonnen an Plastikmüll, die in unseren Meeren herumschwimmen und teilweise sogar ganze Müllinseln bilden.

Das Designbüro „The New Raw“ aus Rotterdam hat eine Idee vorgestellt, wie wir dieses vom Menschen erzeugte Problem mit einer Technologie der „Zukunft“, in der wir leben, Stück für Stück zumindest verrringern könnten. Die Architekten Foteini Setaki und Panos Sakkas initiierten das Projekt „Print Your City“, dessen Name unmissverständlich auch das Programm ist: Druck deine Stadt.

Die Zutaten: Plastikmüll und ein riesiger 3D-Drucker

Für das Projekt benötigen sie lediglich Plastikmüll, den es bekanntermaßen überall gibt, und einen 3D-Drucker. Sie rufen die Menschen in Rotterdam und Amsterdam dazu auf, all die Plastikverpackungen nicht einfach in den Müll wandern zu lassen, sondern für „Print Your City“ zur Verfügung zu stellen. „Plastik ist dafür gemacht, ewig zu halten, wird aber meist nur wenige Augenblicke wirklich genutzt“, sagt Panos Sakkas in einem Video, in dem das Büro seine Idee vorstellt.

Plastik ist ein wertvolles Material, wenn man es zu nutzen weiß

Aus den Abfällen stellen die beiden Architekten Outdoor-Möbel für Städte her, also: Bänke, Mülleimer, Spielgeräte. Bisher gibt es nur einen Prototypen einer Bank, die 50 Kilogramm schwer, 150 Zentimeter lang und zu 100 Prozent recyclebar ist. Die Bänke können als Sitzmöglichkeiten in der Stadt aufgestellt werden, bei Bedarf aber auch nochmals verwendet werden. Laut der Angaben des Designbüros produziert jeder Einwohner Amsterdams 23 Kilogramm Plastikmüll im Jahr. Daraus könnte man eine Bank für zwei Personen herstellen. Das Team hinter „Print Your City“ beleuchtet damit einen Aspekt an Plastik, der häufig in Vergessenheit gerät: Plastik ist kein Material, das es zu verteufeln gilt und das wir verschwinden lassen müssen, sondern es ist ein wertvoller Stoff, der wiederverwendet werden kann.

Das Design der Bank ist ebenso außergewöhnlich wie das Material

Das Modell nennt sich einfach nur XXX und es sieht nicht aus wie eine herkömmliche Holzbank. Es trägt eine dunkelgraue bis schwarze Farbe (kann aber auch bunt sein), ist geschwungen und man sieht XXX an, dass es aus recycltem Material besteht. Aber genau das bietet die Möglichkeit für Abwechslung im urbanen Raum und möglicherweise neue Inspiration für weitere Nutzgegenstände des öffentlichen Raums. Zwei bis vier Personen können auf der Plastikbank Platz nehmen und nicht nur darauf sitzen, sondern wie in einem Schaukelstuhl hin- und herwippen, da die Bank eine geschwungene, abgerundete Form hat.

Print Your City
Auf der Bank kann man nicht nur sitzen, sondern auch schaukeln

Das Designbüro möchte in der Zukunft noch einen Schritt weitergehen und mehr Möbel für den urbanen Raum gestalten. Geplant sind unter anderem Spielplatz-Ausstattung, Bushaltestellen und Mülleimer.

In einem Video zeigt das „Print Your City“-Team sowohl die Entstehung der Idee als auch den beeindruckenden Prozess, indem der riesige 3D-Drucker die Recycling-Bank herstellt:

Print Your City! -3D printing in the Circular City- from The New Raw on Vimeo.

Ihr könnt „Print Your City“ auf Facebook folgen.

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