Musik aus dem Off


Designer von Hi-Fi-Boxen machen nicht immer nur einen guten Job. Warum also Lautsprecher nicht einfach unsichtbar werden lassen?

KEF Ci50 Soundlight

Vier Lautsprecher und ein Subwoofer mit zwei Schallaustrittsrohren lassen sich in einer abgehängten Decke verstecken. Dort weisen lediglich sechs Bohrungen, gleich denen, die man für herkömmliche Halogenstrahler braucht, auf die verborgene Technik hin. Trotz kleiner Abmessungen (35 x 18 x 10,4 cm Einbautiefe) produziert der Basstöner richtig überzeugenden Punch und seine zwei flexiblen „Schallrohre“ erleichtern obendrein den individuellen Einbau. Die vier übrigen Breitbandboxen werden frei nach Bedarf platziert und durch Federn sicher an ihrem Platz in den Bohrungen gehalten. Sie verteilen die Musik unaufdringlich im ganzen Raum – bis zu 100 Watt belastbar. Ihre Abdeckungen sind in Weiß, Chrom, Messing und gebürstetem Stahl erhältlich. (Um 450 Euro)

Music Rocker Cube mini

Auf den ersten Blick nur ein bequemer und stylisher Hocker. Doch in diesem Sitzmöbel (45 x 45 x 39 cm) stecken auch Lautsprecher. Rechts und links werkelt je ein Stereo-Chassis. Unterstützung erfahren sie durch einen Subwoofer. Gefüttert wird der Klangwürfel via Cinch-Kabel. Entweder von einer Stereoanlage oder dem Kopfhörerausgang eines MP3-Players. Selbst Spiel-Konsolen eignen sich als Soundquellen. Verbindet man bis zu vier dieser Cubes miteinander, beschallen sie sogar große oder verwinkelte Räume. Den Sound-Hocker gibt es in Schwarz, Weiß, Purple, Hot Chocolate oder Latte Macchiato. (Um 119 Euro)

Bose VideoWave

Raumfüllender, wuchtiger Sound aus einem Flachbildschirm? Die in dem 46-Zoll-(117 cm)-Full-HD-LCD-TV verbauten Speaker zaubern ein Sound-Erlebnis, wie man es nur von Musikanlagen mit massivem Materialaufwand kennt. Virtueller Raumklang umgibt den Zuhörer. Sogar ein kräftiger Subwoofer wurde im Screen untergebracht. Die riesigen Klangwelten entstehen dank aufwendiger Rechenprozesse. Für die optimale Performance vermisst das Bose-Set akustisch jeden Hörraum. Fünf Geräte lassen sich an der Steuereinheit betreiben, beispielsweise DVD-/Blu-ray-Player beliebiger Hersteller oder der iPod. Ein geeignetes Dock ist mit an Bord. Abgerundet wird dieses Luxus-Ensemble von einem intuitiven Bedienkonzept. Es steuert alle gekoppelten Geräte mit nur einer Fernbedienung. (Um 7.000 Euro)

Yamaha YSP-2200

Bei Flat-TVs ist meist nicht nur der Bildschirm flach – der Sound leider auch. Yamahas Soundbar (94,4 x 6,9 x 14,5 cm) fällt unter dem TV-Screen kaum auf und füllt den gesamten Wohnraum mit Musik. Ihre 16 kleinen Speaker (je 2 Watt) „leuchten“ das Zimmer akustisch aus. Mit Hilfe von 11 Klangprogrammen und Einmessautomatik ermöglichen sie eine Performance, die bis zu sieben virtuelle Schallquellen simuliert (7.1-Surround). Satten Druck im Basskeller erzeugt ein separater Tieftonlautsprecher mit 100 Watt Power. Nettes Feature: Der Compressed Music Enhancer gibt MP3-Soundfiles zurück, was sie klanglich durch die Datenreduzierung verloren haben. Maximal drei HDMI-Wiedergabegeräte sowie eine analoge, drei digitale Musikquellen und das optionale iPod-Dock (YDS-12, 80 Euro) lassen sich anschließen. (Um 800 Euro)

Inakustik AmbienTone No. 4

Dieses Panel basiert auf einer speziellen Gipskartonplatte (62,5 x 50 x 4,4 cm), vergleichbar mit denen, die man im Trockenbau zum Wändeziehen benutzt. Sein Herzstück ist ein 2-Wege-Lautsprecher, der 60 Watt verträgt. Die Montage ist einfach und ohne besondere Vorkenntnisse möglich. Sauber verspachtelt, übermalt oder -tapeziert, wird niemand sehen, dass sich ein Schallwandler in der Wand verbirgt. 10 Meter Anschlusskabel sind mitgeliefert und beliebig verlängerbar. Es lohnt sich, das System mit einem separaten Subwoofer zu unterstützen, egal ob für Hi-Fi- oder Kinobetrieb. Denn trotz aufwendiger Schallwandler sind fundamentale Bässe bei so flacher Bauform nicht machbar. (Um 1.200 Euro pro Stück)

Multimedia LED-Leuchte

Dieses spacige Objekt macht ganz irdische Musik und präsentiert sich zugleich als hochmoderne Lampe. Schwenkt man den Aluminiumleuchtarm heraus, öffnet er den Zugang zur iPod-/iPhone-Dockingstation. Andere Player oder das Laptop verbindet ein mitgeliefertes 3,5-mm-Klinkenkabel. Aus insgesamt vier Lautsprechern ertönt ein präziser Stereosound. Über die Fernbedienung lassen sich der Apple-Player sowie die Lautstärke steuern. Weitere Unterhaltung liefert ein integriertes UKW-Radio. Die 4,5-Watt-LED bietet dazu eine hohe Lichtausbeute bei geringem Stromverbrauch und illuminiert angenehm warmweiß, ohne in den Augen zu beißen. Maße: Sockel 18,5 cm Ø. Höhe 37,5 cm. Gehäuse: Aluminium verkleidet in Schwarz oder Anthrazit. (Um 360 Euro)

Anja Reimers, Marion Kamp, Thorsten Kölln, Frank Wiechert

Tipps

Worauf Sie achten sollten

1. Probelauf

Bei Installationen in der Wand oder Decke ist es unerlässlich, die Komponenten vor dem Einbau zu prüfen. Machen Sie einen kompletten Testaufbau der Lautsprecher und Verstärkeranlage: Das System spielen lassen und prüfen, ob alle Elemente fehlerfrei, auch bei größeren Lautstärken, funktionieren. Stellt man einen Defekt erst nach dem Einbau fest, muss alles wieder aufgestemmt werden. Ebenso wichtig ist es, auf ausreichenden Hohlraum und genügend Einbautiefe zu achten.

2. Verkabelung

Die generelle Problematik von Lautsprecherstrippen ist hinlänglich bekannt: Für guten Sound benötigen wir dicke Kabel. Und diese etwa unter Putz zu verstecken, ist nicht einfach. Deswegen haben manche Produzenten ihre Kabel platt geklopft. Ultraflach, nur 0,9 mm dünn, ist die Variante von Dynavox (um 3 Euro/Meter). Unterm Teppich, Laminat oder Tapete sind deren Drähte nicht zu sehen.

3. Flächen werden zu Lautsprechern

Schon seit Jahren experimentiert die Industrie mit „Vibratoren“, die ganze Flächen in Resonanz versetzen und so Klang erzeugen. Prinzipiell eine tolle Idee, gleich den Bilderrahmen an der Wand zur Box zu machen. Problem: Die praktische Umsetzung funktioniert je nach Material, Flächengröße und Resonator unterschiedlich gut. Es klingt zwar „irgendwie“ und manchmal sogar erstaunlich musikalisch. Für eine generelle Empfehlung sind die Qualitätsstreuungen aber schlicht zu groß.