Nach „Männerwelten“: Wegen dieses Videos werden Joko und Klaas jetzt besonders kritisiert

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Weil Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf in einem am 13. Mai 2020 auf Pro7 ausgestrahlten Beitrag unter dem Motto „Männerwelten“ weibliche Opfer alltäglicher sexueller Belästigung zu Wort kommen ließen, wurden sie zuletzt mit anerkennendem Lob förmlich überschüttet. Nun stehen die beiden TV-Moderatoren ironischerweise genau deshalb in der Kritik.

„Männerwelten“ im Stream sehen:

Männerwelten – Belästigung von Frauen | Joko & Klaas 15 Minuten Live auf YouTube ansehen

Auslöser für die Empörung vieler Zuschauer*innen ist ein bereits 2012 entstandenes Video aus Winterscheidts und Heufer-Umlaufs damaliger Sendung „neoParadise“. Darin besuchen die beiden Moderatoren die Internationale Funkausstellung in Berlin (IFA) und vertreiben sich die Zeit mit dem Spiel „Wenn ich Sie wäre“, in dessen Zuge sich die beiden gegenseitig zu möglichst unangenehmen Aktionen anstacheln.

Den kompletten „neoParadise“-Beitrag gibt es hier:

Joko und Klaas Wenn ich Sie wäre IFA [official] auf YouTube ansehen

Der Spaß beginnt relativ unschuldig. So wandert Winterscheidt zunächst einem n-tv-Livedreh ins Bild, während Heufer-Umlauf zum Rumsprühen von „Pups“-Spray verdonnert wird. Weniger lustig wird es jedoch schließlich, als letzterer seinen Kollegen dazu auffordert, einer nichtsahnenden Messehostess an den Hintern und die „Moppelklampen“ zu fassen.

Winterscheidt zeigt sich von dem Gedanken wenig begeistert, entschuldigt sich bei der jungen Damen schon im Vorfeld mit den unpassenden Worten: „Es wird jetzt so wahnsinnig unangenehm für beide von uns“, bevor er ihr schließlich untermalt von „lustigen“ Hupgeräuschen in ihre Rundungen piekst.

„Die fährt jetzt nach Hause und wird schön heulen unter der Dusche“

Während Winterscheidt sich sichtlich für sein Verhalten zu schämen scheint und dieses als „so eklig“ bezeichnet, kommentiert Heufer-Umlauf die Reaktion der Hostess. „Oh Gott, der war das auch so unangenehm, die stand da wirklich und hat sich richtig entwürdigt gefühlt… Die fährt jetzt nach Hause und wird schön heulen unter der Dusche“, witzelt er, woraufhin beide anfangen zu lachen.

Schon zum Zeitpunkt der Erstausstrahlung hagelte es für Winterscheidt und Heufer-Umlauf für die geschmacklose Aktion ordentlich Kritik. Letzterer entschuldigte sich damals recht zeitnah via Twitter, man habe „einen Fehler gemacht, der nicht wieder vorkommen wird“ und räumte ein, „kein Taktgefühl bewiesen und lustigen Quatsch mit fahrlässigem, beleidigendem Schwachsinn verwechselt“ zu haben.

Der für den Inhalt der Show zuständige TV-Sender ZDF wies den Vorwurf des Busen-Grapschens jedoch in einem offiziellen Statement komplett zurück. „Die Messehostess wurde von Herrn Winterscheidt nicht angefasst. Die Szene wurde mit ihrem Einverständnis gesendet“, hieß es stattdessen, wie der Spiegel berichtete. Eine Berührung sei demnach nur vorgetäuscht worden.

Dass schon das Andeuten sexueller Belästigung für den humoristischen Effekt im öffentlichen Fernsehen mehr als problematisch sein könnte, schien den Sender damals nicht zu beunruhigen. Winterscheidts und Heufer-Umlaufs jüngster „Männerwelten“-Beitrag deutet zumindest darauf hin, dass man aus alten Fehlern gelernt hat.


15 Minuten Sendezeit: Joko und Klaas schlucken Kameras, Lego-Köpfe und Buchstabennudeln
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