Neu im Kino: „Veronica Mars“, Vampire, Kampfkunst-Keanu und jede Menge Action

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Film der Woche: „Veronica Mars“

Thriller – USA 2014, Regie: Rob Thomas, Darsteller: Kristen Bell, Jason Dohring, Enrico Colantoni

Das hier ist Quasi der Testfall für all unsere lieb gewonnenen Serien, die viel zu früh das Zeitliche gesegnet haben. Weil es den Fans gelungen ist, wie einst der „Firefly“ mit „Serenity“, einen zweiten Frühling im Kino zu bescheren. Haben damals noch exorbitante DVD-Verkäufe und Fanproteste ausgereicht, haben Anhänger von „Veronica Mars“ allerdings selbst in die Tasche greifen müssen: Der Film von Rob Thomas ist überwiegend über Crowdfunding finanziert worden. Und ein Paradebeispiel dafür, wie selbst Jahre nach dem Ende einer Kultserie ihr Spirit und Charakter auf die große Leinwand übertragen werden können.

In unseren Breitengraden ging es der zwischen 2004 und 2007 ausgestrahlten Serie ohnehin wie vielen anderen Kulthits der 00er-Jahre: Sie litt unter der mangelnden Wertschätzung für hochwertige US-Serienkost und wurde nur für einen überschaubaren Kreis Eingeweihter zum Phänomen. Und das, obwohl sie als clevere Mischung aus „Gossip Girl“, „Beverly Hills 902010“, „Twin Peaks“ und der Film-Noir-Krimitradition all das geboten hat, was auch in der Breite für Begeisterung sorgt. Plus eine Kristen Bell, die als Highschool-Detektivin alle Register der coolen It-Girls jüngerer Vergangenheit zieht.

Jetzt also kehrt sie – merklich gealtert, aber als damals schon Frühentwickelte kaum mehr gereift – in ihre kleinstädtische Heimat zurück, um ihrem Ex-und-wieder-nicht-Lover Logan (Jason Dohring) aus der Patsche zu helfen. Der mal wieder Hauptverdächtiger in einem Mordfall ist, dessen Implikationen bis in die gemeinsame (Serien-) Vergangenheit zurückreichen. Richtig Spaß bringt „ Veronica Mars“ deshalb vor allem denjenigen, die dafür bezahlt haben, ihre alten „Freunde“ einmal wiederzusehen. Aber auch als launiger Highschool-Reunion-Krimi hat „Veronica“ ihre Qualitäten, die allerdings nicht zwingend einer großen Leinwand bedürfen. In den USA ist der Film deshalb parallel zum Kinostart bereits als VOD erhältlich. Während wir schon mal überlegen, welche Serienleiche wir via Kickstarter als nächstes aus ihrem feuchten TV-Grab hervorzaubern wollen.

Außerdem neu in den Kinos und mit einem Ein-Satz-Schnellcheck aufgeführt:

DIE BÜCHERDIEBIN

Bekannte Namen: Geoffrey Rush, Emily Watson

Etwas betulich geratene und auf ein eher jüngeres Publikum zielende Bestsellerverfilmung nach Martin Zusak über kindliche Erfahrungswelten während der NS-Zeit.

Gehen wir rein… weil wir sehen wollen, wie viel vom Buch noch übriggeblieben ist.

MAN OF TAI CHI

Bekannte Namen: Keanu Reeves, Iko Uwais

Keanu Reeves inszeniert sich und seinen Kampfkunsttrainer selbst, kommt über Martial-Arts-Mittelmaß allerdings nicht hinaus.

Gehen wir rein… weil auch „The Raid“-Ikone Iko Uwais ein bisschen von seiner Kunst zeigen darf.

NON-STOP

Bekannte Namen: Liam Neeson, Julianne Moore

„Alarmstufe Rot“, „Die Hard“ und „Air Force One“ treffen auf „96 Hours“, wenn Liam Neeson es mit mörderischer Erpressung an Bord eines Transatlantikfluges zu tun bekommt.

Gehen wir rein… weil die Standardstory auf engstem Raum in jedem Moment die richtigen Stellschrauben zu ziehen vermag.

VAMPIRE ACADEMY

Bekannte Namen: Gabriel Byrne, Olga Kurylenko

Highschool-Gossip meets „Twilight“-Kitsch, der in den USA bereits an den Kinokassen gefloppt ist – zum Glück!

Gehen wir rein…  Nope. Da bringen uns keine zehn Vampire rein!


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