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Neue Alben: 03.-09. Oktober 2011

Platte der Woche: Björk – Biophilia
Nachdem Björk die Veröffentlichung ihres neuen Albums „Biophilia“ wie angekündigt auf den Oktober verschoben hat, hat das Warten diese Woche endlich ein Ende. ME-Redakteur Oliver Götz sagt über das Album: „Es klingt, als wäre schon arg viel daran herumgeschraubt worden. Es klingt insgesamt nach sehr vielem, aber nach zu wenig, was ein Album zusammenhält. Einer so vielseitigen, multdisziplinären und -visionären Künstlerin, wie Björk es ist, vorzuwerfen, dass sie sich einfach verfranst hat, zwischen all den Apps und dem Bau von Musikmaschinen und der Integration immer neuer Instrumentalisten aus aller Welt, das ist ja eigentlich Unsinn. Bislang hat sie das noch immer irgendwie gepackt. Ihre Vision, die künstlerische Autorität und am Ende Björks beispiellose Stimme, die alles durchdringt wie die universelle Energie, über die sie so gerne singt, haben alles zusammengehalten. Doch auf Biophilia laufen ihr nun doch ein paar Dinge aus dem Ruder. Obwohl die Platte – vorausgesetzt, man ist mit Björk einigermaßen vertraut – zugänglicher und melodiöser wurde, als man bei Ansicht der Absichten und Zutaten glauben durfte, lässt sie einen immer wieder auf seinem Zuhörerplatz herumrutschen wie ein Konzerthausbesucher, dem der Abend hier und da ein wenig zu lang wird. Inhalt und Konzeption mag das ja gerecht werden, die Liveaufführung ist ganz bestimmt imposant und dehnt Ohr und Auge und damit das Gehirn. Und wenn man mit dem Finger über das iPad rutschend Klänge und Bilder manipuliert, funktionieren vielleicht auch Songs wie das halb verspukte, halb verspulte Orgelstück „Hollow“ oder das meditative Kreise ziehende „Solstice“. Aber gerade in der etwas ziellosen Melodieführung solcher Stücke hat sich Björk vielleicht ein wenig zu sehr der kleinen Björk genähert, die auf ihrem langen Schulweg Li-La-Lieder ersinnt. Dazu kommt, dass die Isländerin ganz im Gegenteil zu dem Bemühen, den selbst gebauten Maschinen neue Töne und assoziative Zufälligkeiten zu entlocken, auch auf olle Soundpatterns zurückgreift, die sie und ihre IDM-Freunde doch schon vor über zehn Jahren zurück in die ewigen Speichergründe verbannt hatten.“ Key Tracks: „Cosmogony“, „Crystalline“

A
Adams, Ryan – Ashes & Fire
ME-Autor Matthias Scherer sagt: „Another year, another Ryan Adams Album. Den Hinweis auf die wahnwitzige Kreativität des 36-Jährigen hiermit abgehakt, können wir uns mit voller Aufmerksamkeit seiner neuen Platte widmen. Ashes & Fire ist Adams erste offizielle Soloplatte (Metal-Spaßprojekt Orion mal abgesehen), die nicht
 mehr bei Lost Highway erscheint, und die Erste ohne seine zuverlässigen Co-Rocker, die Cardinals, seit den Love Is Hell-EPs (2004). Und sie enthält die ersten komplett neuen Aufnahmen (diverse Singles und 
Demos ausgeschlossen) seit Adams 2009 sein Karriereende als Musiker bekanntgab. Bei all den Neuanfängen ist doch viel beim Alten geblieben: Die Phrasen und Melodien sind immer noch fettfrei, subtil und konzis, und blühen in der geschmackvollen, bis auf kleinere Ausnahmen Overdub-freien Produktion sehr hübsch auf. Auch seine romantische Gesinnung hat sich der Alt-Folk-Rock-Held beibehalten. Er singt von den Sternen am Himmel und vom Tanzen im Regen, aber auch von mittlerweile verblassten Erinnerungen: „I don’t remember/ Were we wild and young?“ heißt es im Springsteen-esken, großartigen „Lucky Now“. Gut, ein neues Heartbreaker ist es nicht geworden – dazu rockt hier einfach zu wenig. Stattdessen erklingen zwischendurch ein paar banale Chöre („Save Me“).Insgesamt aber darf man sich getrost auf nächstes Jahr und das damit verbundene nächste Ryan-Adams-Album freuen.“ Key Tracks: „Dirty Rain“, „Lucky Now“

nsbp;

B
Blake, James – Enough Thunder

C
Crain, Samantha   You

L
Loney Dear Hall Music
Louisan, Annett    In meiner Mitte

M
Mangan, Dan – Oh Fortune

N
Nneka – Soul Is Heavy

R
Radiohead – TKOL RMX 1234567
„Thom Yorke als ausgewiesener Kenner der zeitgenössischen elektronischen Musik und von deren Protagonisten als Mitglied ihrer Zunft anerkannt, versammelt für die Neubearbeitung der Songs vom aktuellen Radiohead-Album The King Of Limbs die Produzenten/Musiker/Remixer der Stunde, darunter Caribou, Lone, Pearson Sound, Four Tet, Shed, Modeselektor, Jamie XX und SBTRKT. TKOL RMX 1234567 vereinigt auf zwei CDs die 19 Tracks, die seit Anfang Juli in einer ursprünglich auf vier Teile angelegten, schließlich auf sieben angewachsenen 
Serie von 12-Inches, veröffentlicht wurden. Wie im richtigen Musikleben sind (Post-)Dubstep und Bassmusik die alles überragenden Themen, die über TKOL RMX 1234567 stehen, was diese Sammlung in ihrer soundästhetischen Homogenität ziemlich einzigartig macht. Nicht einmal im Remix von „Good Morning Mr 
Magpie“ der Berliner Modeselektor (hier in „Good Evening Mr Magpie“ umgetauft), der sich in seinem musikalischen Vokabular weit entfernt, ist die Aura Radioheads verloren gegangen. Kieran „Four Tet“ Hebden holt „ Seperator“ in seiner Neubearbeitung ohne Verluste auf sein ureigenes Territorium, was aber auch bedeutet, dass die Radiohead des Jahres 2011 und Four Tet nicht mehr allzu weit entfernt sind. Das „Rework“ von Jamie XX von „Bloom“ ist mehr eine melodisch-impressionistische Phantasie über das Original geworden als eine Neubearbeitung. Überhaupt: Der aktuelle Trend zum Rework (quasi der Remix als Coverversion) wird mit dieser Zusammenstellung durch die Arbeiten von 
Caribou, Four Tet, Jamie XX und SBTRKT wieder einmal bestätigt.“ (ME-Redakteur Albert Koch) Key Tracks: „Bloom (Jamie XX Rework)“, „Litte By Little (Caribou RMX)“, „Little By Little (Shed RMX)“, „Morning Mr Magpie (Pearson Sound RMX)“, „Good Evening Mr Magpie“ (Modeselektor)

W
Warpaint – The Fool

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