Nick Talbot aka Gravenhurst ist tot

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Nick Talbot ist tot. Der unter seinem Künstlernamen Gravenhurst bekannte Musiker, Produzent und Journalist starb im Alter von 37 Jahren. Die Todesursache sowie das genaue Datum sind noch nicht bekannt. Das bestätigte sein Label Warp Records am Donnerstagabend.

Auf der Gravenhurst-Homepage teilte Warp Records mit:

We are shocked and saddened to share the news that Nick Talbot aka Gravenhurst has passed away aged 37. An immensely talented singer-songwriter, multi-instrumentalist, record producer and journalist, he will be hugely missed. Nick’s family and friends request privacy at this difficult time.

Managerin Michelle Hilborne schreibt ebenda:

I am utterly devastated to confirm that Nick Talbot, also known under the performing name Gravenhurst, has passed away aged 37. The finest, most extraordinary and inspirational songwriter, singer and performer, and a remarkable producer and journalist, Nick’s work has deeply affected so many people all over the world. Outstandingly intelligent, compassionate, fascinating and witty, Nick was the dearest friend and his absence brings indescribable sorrow.

Mit Gravenhurst veröffentlichte Talbot fünf Alben und etliche EPs. Eine Sammlung von Reissues und unveröffentlichtem Material ist soeben erschienen. „We’ve made a documentary, Flashlights & Black Holes, to celebrate the reissues & Offerings: Lost Songs, out today. https://www.youtube.com/watch?v=gUKDhJeappc …„, twitterten Nick Talbot und sein „Team Gravenhurst“ in ihrem bisher letzten Tweet am 1. Dezember 2014.

Musikexpress-Redakteur Stephan Rehm erinnert sich an eine Begegnung mit Nick Talbot:

„Nick Talbot war einer der ersten ‚Stars’, die ich für den Musikexpress interviewen durfte. Anfang September 2007 war das. Unsere damalige Partyreihe, das legendäre ‚Schweine am Samstag’ hatte grade ihre neue Heimat bezogen, den mittlerweile leider nicht mehr existenten Münchner Rockladen ‚59:1’. Gravenhurst war der Live-Act unseres ersten Abends dort. Backstage unterhielten wir uns bei einer Pizza über sein damals aktuelles Album THE WESTERN LANDS. Er bemängelte, dass es in München schwer sei, an Drogen heranzukommen und ich kleiner Praktikant freute mich sehr darüber, dass Rockstars tatsächlich über Drogen sprechen. Es gab sie also wirklich, diese Welt, von der ich immer geträumt hatte. Schön, diesen Moment der Erkenntnis mit Nick Talbot geteilt zu haben. Mit einer Riesenpizza im Magen spielte er danach ein Konzert, bei dem seine zerbrechlichen Songs keine Chance gegen das trunkene Gebrabbel der Club-Besucher hatten. Nach dem Song ‚Animals’ kommentierte er dessen letzte Zeile, ‚I wonder what I’m doing right now’, dass er tatsächlich gerade nicht wüsste, was er hier mache. Hoffentlich musste er sich diese Frage in seinem viel zu kurzen Leben nicht noch öfter stellen.“

Auch ME-Volontär Reiner Reitsamer traf Nick Talbot einmal – mit Folgen:

„Als ich vor zwei Jahren Nick Talbot interviewte, kamen wir aufs Bloggen zu sprechen. ‚Du bist Journalist“, sagte er. ‚Du hast doch bestimmt einen Blog.‘ Das brachte mich ein wenig in Verlegenheit. ‚Ja, klar‘, log ich. Tatsächlich war ich bis dahin noch gar nicht auf die Idee gekommen. Zum Glück war Talbot so freundlich, einfach weiter zu reden und von seinem Blog zu erzählen, für den er neben seiner Karriere als Songwriter, Musiker und Comic-Zeichner/Verleger noch Zeit fand. Seine Begeisterung steckte mich an: Ich startete tatsächlich einen kleinen Blog, nichts Bedeutendes, aber kurz danach ergab sich ein neuer Job daraus. So hatte Nick Talbot indirekt Einfluss auf meinen Werdegang als Journalist. Leider werde ich ihm dafür nie danken können.“

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