Ninjatune

Die Dance-Szene gilt als ungemein schnellebig: „Heute ein Hit, morgen ein Nobody“, heißt die Faustregel, die in den meisten Fällen auch zutrifft. Ausnahmen: Matt Black und Jonathan More, die seit 1986 als Produzententeam Coldcut etliche Hits mit Lisa Stansfield, Yazz (‚The Only Way Is Up‘) und der Cookie Crew (‚Doctorin‘ The House‘) feiern konnten. Black und More waren aber clever genug, immer wieder rechtzeitig ihren Stil zu ändern. House-Pop-Hymnen folgten Ausflüge in den Jazz-Hop. Mit US 3’s ‚Cantaloop‘ gelang ein weltweiter Tanzboden-Füller, worauf das legendäre Jazz-Label Blue Note dre Archive für Black und More öffnete, um weitere revitalisierte Blue-Note-Hits zu ermöglichen. Gleichzeitig gründete das unermüdliche Duo aber sein eigenes Indie-Label namens Ninjatune Records, auf dem instrumentale Breakbeat-Sampler von DJ Food, aber auch Jungle- und Rock-Maxis erscheinen. Die jüngste Compilation ‚Funkjazztical Tricknology‘, die Funk- und Jazz-Beats von italienischen (9 Lazy 9) und österreichischen Musikern (Kruder & Dorfmeister) den britischen Erzeugnissen des Labels (z.B. den London Funk Allstars) anpaßt, hat Ninjatune zu einem Markenzeichen in der Welt der langsamen Beats werden lassen. In Trip-Hop-Discos sind Ninjatune-Cuts der letzte Schrei. Fragt sich jetzt nur noch, was sich Black & More als Nächstes einfallen lassen werden.

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