Nolan, Scorsese, von Trier etc.: Woran die besten Regisseure der Welt gerade arbeiten

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Bei einem Blick auf die jüngsten Aktivitäten der aktuell größten und einflussreichsten Regisseure wird einem gleich ein bisschen warm ums Herz. Wir haben für Euch zusammengetragen, an was die A-Liga-Regisseure, die Spielbergs, Coens und Nolans dieser Welt, derzeit arbeiten. Dazu sagen wir Euch, was die deutschen Hoffnungsträger gerade geplant haben:

Terrence Malick

Der durch „Der schmale Grat“ und „The Tree of Life“ bekannte Regisseur kann dieses Jahr schon zwei abgeschlossene Produktionen verbuchen: Ein hochkarätig besetztes Liebesdrama in Texas, „Weightless“, und „Voyage of Time“, eine Dokumentation über die Entstehung des Universums. Beide Filme sollen irgendwann nach dem Sommer starten. Genaueres weiß man bei Malick ja immer erst nach Kinostart.  

 

Christopher Nolan

Nolan („Inception“, „The Dark Knight“) arbeitet im Moment an einem historisch geprägten Projekt: „Dunkirk“, einem Action-Thriller, der auf einer wahren Begebenheit basiert. Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs konnten sich bei einem Manöver mehr als 330.000 Soldaten der Alliierten aus der Stadt Dünkirchen (engl. Dunkirk) nahe der französisch-belgischen Grenze vor der anrückenden Wehrmacht retten. Der Film wird hauptsächlich an Originalschauplätzen gedreht und Nolan achtet verstärkt darauf, unerfahrene Schauspieler einzusetzen. Deutscher Kinostart ist der 27. Juli 2017.

Steven Spielberg 

Steven Spielberg bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes.
Steven Spielberg präsentierte auf den Filmfestspielen von Cannes seinen aktuellen Film „The BFG“.

Momentan arbeitet Spielberg an „Ready Player One“, der Adaption des gleichnamigen Romans von Ernest Cline. Im Mittelpunkt steht das Thema virtuelle Realität, was ein schwieriges Medium sei, so Spielberg, da der Zuschauer sich selbst umsehen könne und so nicht mehr von der Erzählweise abhängig sei. Die Produktionsfirma rief die Zuschauer dazu auf, eigene 3D-Avatare zu designen, von denen später fünf ausgewählt und im Film auftauchen werden. „Ready Player One“ wird voraussichtlich am 29. März 2018 in die deutschen Kinos kommen. Zusätzlich arbeitet Spielberg noch an dem Entführungsdrama „The Kidnapping of Edgardo Mortara“, in dem es um die Entführung eines jüdischen Jungen 1858 geht.

Ridley Scott

Scott feierte zuletzt einen großen Erfolg mit „Der Marsianer“. Momentan arbeitet der vielbeschäftigte Regisseur und Produzent an der Fortsetzung zum 2012 erschienenen Alien-Film „Prometheus“. Der neueste Teil der Reihe, „Alien: Covenant“, soll der zweite Teil der Prequel-Reihe werden, in der die Geschichte von „Prometheus“ mit der Geschichte der alten „Alien“-Filme verknüpft wird. Michael Fassbender wird wieder die Rolle des Androiden David übernehmen. Im „Covenant“ wird erklärt, wie das ikonische „Alien“ überhaupt erschaffen wurde. Der deutsche Kinostart ist voraussichtlich der 24. August 2017.

 

Martin Scorsese

Nach „Wolf of Wall Street“ arbeitet Scorsese an dem Glaubensdrama „Silence“ mit Adam Driver, Andrew Garfield und Liam Neeson. Darin reisen zwei Priester ins Japan des 17. Jahrhunderts, um dort ihren Mentor zu suchen und den christlichen Glauben zu verbreiten. Dabei geraten die beiden in Schwierigkeiten. Grund dafür ist die radikale Politik des Landes, die Japan von westlichen Einflüsse abschotten soll. Ein Film, der jetzt schon Oscar-Potenzial besitzt und ein sehr persönliches Thema für den Regisseur darstellt, der selbst einmal Priester werden wollte. 

Der Name ist Programm: Auch am Set verlangt Scorsese absolute Stille.
Liam Neeson in „Silence“.

J.J. Abrams

Sein jüngstes Werk, die siebte Episode der „Star Wars“-Saga, zieht auch sogleich einen Nachfolger nach sich. Beim achten Teil der Reihe wird J.J. Abrams allerdings „nur“ den Posten des ausführenden Produzenten übernehmen. Ein wenig bereue Abrams den Rückzug vom Regieposten, sagte sein guter Freund Greg Grunberg kürzlich. Das Skript sei so gut, dass Abrams am liebsten wieder Regie führen würde. Zuletzt hat Abrams die Videospielverfilmungen „Portal“ und „Half-Life“ angekündigt. Die Games gelten als Meilensteine der Zockerszene. Aktuell werden die Drehbücher geschrieben, ein Kinostart ist noch in weiter Ferne. 

Darren Aronofsky

Darren Aronofsky war ebenfalls Jury Mitglied bei der Berlinale 2015.
Darren Aronofsky war Jury-Mitglied bei der Berlinale 2015.

Um den Schöpfer des Drogendramas „Requiem of a Dream“ ist es in letzter Zeit etwas still geworden, was möglicherweise an den schlechten Kritiken seines letzten Films „Noah“ liegen könnte. Allerdings gab es vergangen Oktober kleine Informationsfetzen zu seinen neuesten Projekten: Jennifer Lawrence und wahrscheinlich auch Javier Bardem werden im kommenden, bisher namenlosen Film die Hauptrollen übernehmen. Kern der Geschichte wird vermutlich ein Ehepaar darstellen, welches durch das Eintreffen ungebetener Gäste auf die Probe gestellt wird. Ob es sich dabei um die Schwiegereltern oder etwas noch Schlimmeres handelt, kann man voraussichtlich 2017 in den Kinos sehen. 

Quentin Tarantino

Er ist jedem ein Begriff, der Macher von Titeln wie „Pulp Fiction“ und „Kill Bill“. Doch im Moment ist es ruhig um den renommierten Filmer, seitdem Ende vergangenen Jahres sein bisher letzter Film „The Hateful Eight“ in den Kinos anlief. Kürzlich äußerte sich Tarantino in Bezug auf eine mögliche Fortsetzung seiner „Kill Bill“-Reihe: Er schließe zwar eine Fortsetzung nicht aus, hätte aber eigentlich schon alles zu Bill und seiner „Braut“ gesagt. Außerdem habe Tarantino angedeutet, einen Film im Australien der 1930er drehen zu wollen. Mal schauen, was da bald kommt. 

Quentin Tarantino wirft am Set von „The Hateful Eight“ einen Blick durch die Kamera.
Quentin Tarantino am Set von „The Hateful Eight“.

Neill Blomkamp

Der Schöpfer von Sci-Fi-Filmen wie „District 9“ oder „Elysium“ hatte eigentlich seine Fortsetzung zu „Alien“ geplant. Es würde der fünfte Teil der Reihe werden, doch Ridley Scotts „Prometheus“-Fortsetzung (siehe oben) hatte Vorrang. Seitdem liegt Blomkamps Projekt auf Eis. Am alljährlichen Alien-Day, der am 26. April stattfand, twitterte der Regisseur ein paar Designentwürfe des Films, die unter anderem eine ausgewachsene Rebecca „Newt“ Jordan zeigen. Schön und gut, losdrehen darf er trotzdem noch nicht.

Gaspar Noé

Gaspar Noé ist der Meister der cineastischen Tour de Force. Jedes seiner Werke ist eine Herausforderung und zugleich technisch versiert gefilmt. 2002 erhielt sein verstörender Skandalfilm „Irreversibel“ von einem US-Nachrichtenmagazin den Titel: most walked-out-of movie of the year. 2015 Jahr ließ er seinen Hauptdarsteller Karl Glusman im Film „Love“ in 3D ejakulieren, sozusagen mitten in die Gesichter der Zuschauer. Momentan gibt es keine Informationen über anstehende Projekte. Wahrscheinlich muss er sich nach seinen Filmen immer auch selbst etwas erholen. 

Lars von Trier

Unlängst gab von Trier, 60, bekannt, dass im August 2016 die Dreharbeiten zum Serienkiller-Drama „The House That Jack Built“ beginnen werden. Die Verhandlungen für die Besetzung sollen dazu im Sommer abgeschlossen werden und 2018 soll der Film dann seine Premiere feiern. Der Film, der eigentlich als Serie geplant war, wird einen Mörder über einen Zeitraum von mehreren Jahren verfolgen. Dessen Ziel: das Perfekte Verbrechen. 

Jan-Ole Gerster

Jan-Ole Gerster gewann 2013 den European Film Award für sein Drama „Oh Boy“.
Jan-Ole Gerster gewann 2013 den European Film Award für sein Drama „Oh Boy“.

2012 begeisterte Jan-Ole Gerster mit der Tragikomödie „Oh Boy“, in der Tom Schilling in der Hauptrolle zu sehen war. „Oh Boy“ wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, unter anderem auch mit dem Deutschen Filmpreis für den besten Spielfilm. Seit 2015 ist bekannt, dass Gerster und Schilling für die Verfilmung von Christian Krachts „Imperium“ wieder zusammenarbeiten werden. Im Herbst vergangenen Jahres wurde dazu bereits das Drehbuch geschrieben. Wie weit der Entwicklungsstand des Projekts derzeit ist, ist nicht bekannt. Außerdem ist Jan-Ole Gerster gerade mit der Pre-Production seines Parts für den Episodenfilm „Berlin, I love you“ beschäftigt.

Alfonso Cuarón

Alfonso Cuarons „Gravity“ mit Sandra Bullock und George Clooney war ein voller Erfolg und brachte dem Regisseur unteranderem den Oscar und einen Golden Globe für die Beste Regie ein.
Alfonso Cuaróns „Gravity“ mit Sandra Bullock und George Clooney war ein voller Erfolg und brachte dem Regisseur unter anderem den Oscar und einen Golden Globe für die Beste Regie ein.

Für „Gravity“ wurde der mexikanische Regisseur mit zwei Oscars bedacht, für die beste Regie und den besten Schnitt. Momentan arbeitet er mit seinem Sohn Jonás Cuarón, der auch schon am Drehbuch für „Gravity“ mitschrieb, am Skript für das Drama „A Boy And His Shoe“. Außerdem ist Alfonso Cuarón ausführender Produzent für die Doku „Throwing Bombs in Baghdad“, in der es um das nationale Boxteam des Iraks geht, das nicht nur hart trainiert, sondern auch gegen ISIS auf dem Schlachtfeld kämpft.

Sebastian Schipper

Der deutsche Regisseur Sebastian Schipper bei den 67. Filmfestival in Venedig.
Der deutsche Regisseur Sebastian Schipper bei dem 67. Filmfestival in Venedig.

Bereits 1999 machte der Regisseur mit „Absolute Giganten“ von sich Reden. Seinen prägnanten Einsatz von Musik konnte man 2015 auch in „Victoria“ wiederfinden, mit dem Schipper Filmgeschichte geschrieben hat. Das mitreißende Drama war zwar nicht der erste One-Shot-Film, aber mit seinen 140 Minuten der bisher längste. Wäre im Film weniger Englisch gesprochen worden, hätte er zumindest eine Oscarnominierung für den besten fremdsprachigen Film erhalten.

 Dennoch ist man in Hollywood auf Schipper aufmerksam geworden. Der Regisseur wird demnächst das Drama „Undeniable“ machen, das auf Jessica Sterns Buch „Denial: A Memoir of Terror“ basiert. Im April wurde bekannt, dass Darren Aronofsky („The Wrestler“) das Projekt produzieren wird.

Ethan & Joel Coen

Das wohl berühmteste Brüderpaar der Filmwelt, Joel und Ethan Coen, hat eine beeindruckende Filmografie vorzuweisen. 2016 veröffentlichten sie mit „Hail, Cesar!“, in dem es um das Hollywood der 50er Jahre geht, einen ihrer schwächeren Filme. Zur Zeit arbeiten die beiden an dem Drehbuch zu „Suburbicon“, in dem viele alte Bekannte auftreten werden: Oscar Isaac, Julianne Moore und Josh Brolin zum Beispiel. Der Film, bei dem George Clooney Regie führen wird, soll bereits 2017 in die Kinos kommen. Außerdem schreiben sie gerade das Script für den Fernsehfilm „Harve Karbo“. Wann dieser veröffentlicht werden soll, ist noch nicht bekannt.

Die Coen Brüder Ethan und Joel zusammen mit Josh Brolin und George Clooney am Set von „Hail, Caesar!“.
Die Coen Brüder Ethan und Joel (l.) am Set von „Hail, Caesar!“.

 

 

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