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Die „Roma“-Hauptdarstellerin hatte Angst, dass sie beim Casting auf Menschenhändler hereinfällt

Den Goldenen Löwen, den Preis für den besten Film auf den Filmfestspielen von Venedig, hat „Roma“ bereits gewonnen, ab dem 14. Dezember darf sich das weltweite Publikum von Netflix von dem Drama überzeugen lassen. Alfonso Cuarón („Children of Men“) hat seinen Film über eine Haushaltshilfe in Mexiko exklusiv für den Streaming-Dienst gedreht, der „Roma“ sogar in einigen Kinos zeigen wird. Damit bricht Netflix zwar mit den eigenen Gepflogenheiten, Regisseur Cuarón und vor allem etliche Filmfans freuen sich aber über die Möglichkeit.

„Roma“ begeistert bereits seit Wochen Kritiker und Leute, die den Film schon auf Festivals sehen durften. Und ein großer Teil der positiven Resonanz stützt sich auf die Leistung von Hauptdarstellerin Yalitza Aparicio, für die „Roma“ den Durchbruch bedeutet. Aparicio spielt die zentrale Figur des Films, begleitet im Stadtteil Roma in Mexiko City eine Familie in politisch aufgewühlten Zeiten. Cuarón hat das Porträt einer halben Generation nachgezeichnet und seiner zentralen Figur eine große Last auf die Schultern gelegt.

Geheimniskrämerei sorgte für Angst

Aparicio muss eine komplexen Film tragen, eine schwere Aufgabe für die Newcomerin, für die „Roma“ der erste große Film ist. Mittlerweile ist Aparicio für eine Oscar-Nominierung im Gespräch, doch fast wäre sie überhaupt nicht zum Casting für den Film gegangen. Die 24-Jährige, die eigentlich als Lehrerin arbeitet, und ihre Familie dachten zunächst, dass der Aufruf zum Casting eine Falle von kriminellen Menschenhändlern wäre.

My family was against the idea of me going to the casting“, sagte Aparicio nun bei einem mexikanischen Filmfestival. „There was a certain level of fear because the only thing I was told was that it was going to be a film shot in Mexico City and that they were not concerned about the age or physical appearance of the women who were auditioning, so it was all very strange.“

Der Aufruf zum Casting war aus ihrer Sicht nicht besonders seriös. Immerhin waren Alter und Aussehen zweitrangig, nur weiblich sollte man sein. Dazu gab es nur sehr wenige Informationen zum Filmprojekt, das der Regisseur so gut wie möglich unter Verschluss halten wollte. Aus diesem Gründen hatte Aparicio die Angst vor Kriminellen, die in Mexiko junge Frauen entführen und zur Prostitution zwingen. Die Angst war glücklicherweise unbegründet und nun steht der Mexikanerin womöglich eine große Karriere bevor.



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