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Highlight: Supersonic Rock’n’Roll Stars Live Forever: Wie Oasis mit „DEFINITELY MAYBE“ die Könige des Britpop wurden

Oasis oder die Frage: War das schon im Müll?


Als Tochter des Jahres 1989 könnte man meinen, die wirklich schlimmen Modejahre seien an mir vorübergezogen. Ich verbrachte eine Kindheit ohne Schulterpolster, Ballonseide und ultraweite Technohosen mit neongrünen Bändern. Selbst die orthopädisch absolut bedenklichen Tottreter von Buffalo, die Anfang der 2000er Jahre plötzlich irgendwie in waren, wurden mir in weiser Voraussicht von meinen Eltern verboten.

Rückblickend betrachtet und mit einem dreijährigen Modestudium in der Hinterhand tun sich mir jedoch nun, als Twenty-Something, ganz neue Inspirationsquellen auf. Ich bin noch immer kein großer Anhänger des Kurt-Cobain-Gedächtnis-Looks und weine auch den mitunter furchteinflößenden Outfits diverser Girlgroups (ich meine dich, Mel B.!) nicht hinterher, doch gibt es etwas, das mich nicht mehr loslässt: Der Style der Gebrüder Noel und Liam Gallagher.

Ihreszeichens zwei verko(r)kste, ewig streitende und rumpöbelnde Brüder aus dem Süden Manchesters, die mit ihrer Band Oasis seit 1994 der Marke Großbritannien einen unwiderruflichen Stempel aufdrückten. Der Lebenswandel: Cigarettes & Alcohol. Und, ja, Frauen und andere Drogen. Die Tatsache, dass ihre Musik bis zur sehr bedauerlichen Auflösung der Band 2009 mit einem Wort GROßARTIG war, sei an dieser Stelle nur nebenbei erwähnt.

Die wirklich interessante Frage ist doch: Wieso fand man diesen Kleidungsstil früher cool? Und wieso tue ich es heute wieder? Hosen, die drei Nummern zu groß und mindestens zehn Zentimeter zu tief am Körper befestigt waren, riesige Regenmäntel-Sportjacken-Ungetüme und fragwürdige Plüsch-Applikationen an Säumen und Krägen sind ja nun wirklich alles – außer schön.

Dem objektiven Betrachter drängt sich die Frage auf: War das schon im Müll? Doch erst wenn man ein wenig genauer hinsieht, wenn man sich mit den Krawallbürsten Noel und Liam näher befasst, erschließt sich die eigentliche Aussage des Looks: „I don’t give a shit“. Eine Prise Extravaganz, ein Hauch John Lennon, mindestens zwei Ladungen Working-Class-Chic und man erhält, was diese Musik verdient: Britische Coolness, gepaart mit echten Charakteren und experimentierfreudigen Frisuren.



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