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Olli Schulz hat einen Song von Selig neu aufgenommen

Olli Schulz kennt jeder. Liegt nicht mal zuerst an seiner Musik, sondern an seinen Rollen als Podcaster neben Jan Böhmermann, als ehemaliger Sidekick neben Joko und Klaas oder jüngst als Besucher einer Seniorenresidenz. Wer Olli Schulz aber doch zuerst durch seine Songs und Liveauftritte, ob solo oder mit seiner einstigen Band Olli Schulz & Der Hund Marie, kennt, der weiß: Der ehemalige Roadie und Metalfan ist nicht nur ein leidenschaftlicher (wenn auch kein hervorragend guter) Musiker, sondern auch ein leidenschaftlicher Musikkenner.

Selig kennt längst nicht mehr jeder. In den Neunzigern war die Rockband aus Hamburg zeitweise eine große Nummer („Ohne Dich“). 1999 lösten sie sich nach drei Alben auf, fanden 2008 wieder zusammen und haben seitdem vier neue Alben herausgebracht. Jan Plewka, Christian Neander, Leo Schmidhals und Stephan Eggert sind nicht überall wohlgelitten: In seiner Kolumnenrubrik „Verhasster Klassiker“ etwa nahm Linus Volkmann sich Selig neulich vor, beschimpfte sie als „Könige der Hunderei“ und behauptete, sie tragen Schuld daran, „dass deutschsprachiger Pop heute so ernsthaft deformiert ist“.

Ihre Diskografie erweitern Selig bald mit einer neuen Best-Of-Platte der unkonventionelleren Art: Für SELIG MACHT SELIG hat die Band ihr 1994 erschienenes Debüt SELIG nochmal in die Hand genommen und ausgewählte Songs in teilweise ganz anderem Gewand und mit Gästen neu einspielen lassen. So kommt es auch, dass die Neuversion von „Die Besten“ nun, über ein Vierteljahrhundert später, als Duett gesungen wird – von Jan Plewka auf der einen und eben jenem Olli Schulz auf der anderen Seite.

Aufgenommen wurde „Die Besten“ von Moses Schneider (Tocotronic, Beatsteaks). In einer Pressemitteilung heißt es, die Idee, nicht ganz ernst zu erzählen, wie sich Jan und Olli zufällig in einer Bar treffen, sei Olli spontan während der Aufnahme gekommen und so sei das verdutzte Gestammel von Jan auf Ollis bohrende Fragen echt.

Musik- und Musikerfreund Schulz sagt über Selig: „Mit Selig verbinde ich die glorreichen 90er, als diese Band es als erste deutsche Band geschafft hat, so ein Grungegefühl zu vermitteln, sogar mit deutschsprachigen Texten. Das hat davor glaube ich keiner gemacht und auch danach niemand mehr so richtig hinbekommen. Außerdem war ich wahnsinnig genervt, dass alle Frauen damals Jan Plewka geil fanden!“



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