Onkel Oskar

Am 18. Juli 199O feierte Oskar Sala Geburtstag. Seinen Achtzigsten. Zur Feier des Tages gab er ein Konzert mit dem Mixtur-Trautonium. Mit was bitte?

Salas „Mixtur-Trautonium“ ist ein elektronisches Musikinstrument – ein Vorläufer des modernen Synthesizer, der aber nicht mit Tasten, sondern auf Saiten gespielt wird. Jahrzehntelang funktionierte das Ding mit antiquierten Röhren; erst seit zwei Jahren gibt es eine moderne Version mit Transistoren und Mikroelektronik. Dieser Kasten klingt immerhin so schräg, daß sich Sala seit 60 Jahren über mangelndes Interesse prominenter Fans nicht beklagen kann. Paul Hindemith komponierte 1930 „Triostücke für drei Trautonien“. Und Alfred Hitchcock probierte selbst die Klangeffekte aus. mit denen Sala. der mehr als 300 Film-Soundtracks komponierte, dann den Thriller „Die Vögel“ untermalte.

Von den heißen Röhren der 30er Jahre bis zu den kalten Chips der Gegenwart – Onkel Oskar und sein Mixtur-Trautonium mischen auch nach sechs Jahrzehnten noch kräftig mit. Zur Feier seines achtzigsten Geburtstags nahm der Elektronik-Pionier auf dem Erdenklang-Label (ARIS) sogar eine neue Platte auf. Sie hat einen passenden Titel: MY FASCINATING INSTRUMENT.

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