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#OscarsSoWhite: Hat Hollywood ein Rassismus-Problem?

Es gibt Zoff in Hollywood: Seit vor einer Woche die Nominierungen für die Oscar-Verleihung 2016 bekannt gegeben wurden, ist in der Filmfabrik die Hölle los. Erst rief Jada Pinkett Smith zum Boykott der Oscars auf, dann gab Regisseur Spike Lee sein Fernbleiben bekannt, obwohl er einen Ehrenpreis erhält, und selbst George Clooney äußerte sich solidarisch mit den Protestierenden. Heute schloss sich auch Will Smith seiner Frau an und verkündete, er werde die Preisverleihung boykottieren. Was war passiert?

Die Kritik entzündete sich vor allem an der Entscheidung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, keinen einzigen schwarzen Schauspieler und keine einzige schwarze Schauspielerin für einen Preis zu nominieren. Ob nun bei den Haupt- oder den Nebenrollen, die Nominierten sind ausnahmslos weiß. Nur kurz nach der Bekanntgabe der Kandidaten tauchte auf Twitter deshalb das Protest-Hashtag #OscarsSoWhite wieder auf, mit dem bereits 2015 die fehlende Vielfalt bei den Oscars angeprangert wurde.

Das Problem betrifft auch andere Bevölkerungsgruppen: So befinden sich unter den Nominierten für den Regie-Preis ausschließlich Männer. Erst einmal konnte eine Frau in dieser Kategorie gewinnen. Doch seit Kathryn Bigelow 2009 mit dem Irakkriegs-Film „The Hurt Locker“ Oscar-Geschichte schrieb, beläuft sich die Zahl der nominierten Regisseurinnen auf eine glatte Null.

„2015 war ein Jahr voller preiswürdiger Auftritte schwarzer Schauspieler und Schauspielerinnen“

In Bezug auf die Kernaussage von #OscarsSoWhite lädt die Auswahl der Academy tatsächlich zum Kopfschütteln ein. War doch 2015 ein Jahr voller preiswürdiger Auftritte schwarzer Schauspieler und Schauspielerinnen, gerade in dem Bereich, in dem sich Film- und Popkultur überschneiden. Das N.W.A.-Biopic „Straight Outta Compton“ etwa war eines der Filmereignisse des Jahres. Bei den Oscars ist es nur im Rennen um das beste Drehbuch, das ausgerechnet von einer vierköpfigen, weißen Autorengruppe verfasst wurde. „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ hatte mit John Boyega einen schwarzen Shootingstar in einer Hauptrolle zu bieten, bei den Oscars taucht der größte Kassenschlager des Jahres aber nur in den Kategorien für den Soundtrack, den Filmschnitt und diverse Effekte auf.



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