Osibisa


Es begann eigentlich mit Ginger Baker, dem Ex-Cream-Drummer, der nach seinem Airforce-Abenteuer nach Afrika ging, um dort mit ein paar prominenten Einheimischen Nigerias afrikanische Volksmusik zu spielen. Ginger kehrte nach einiger Zeit nach England zurück und seine Erlebnisse im dunklen Erdteil machten sofort Schlagzeilen. Das war die Chance für Osibisa. Die Rezensionen der englischen und amerikanischen Presse waren ausschliesslich positiv.

Osibia ist eine Musikrichtung

Trotz dieser Tatsache war es für die Gruppe sehr schwierig, eine Plattenfirma zu finden, die diese, völlig ungewöhnliche Musik herausgeben wollte. Schliesslich war es die amerikanische Firma MCA, die Interesse zeigte und die Gruppe bat, ins Studio zu gehen. Das Resultat war die erste LP, die man kurz und bündig „Osibisa“ nannte. In England schlug die Platte ein, wie eine Bombe und auch in Amerika war man nach der ersten Osibisa-Tournee (zusammen mit Three Dog Night) enthusiastisch genug, um 250.000 LP’s zu kaufen. Auch in Deutschland regte sich das Interesse des Publikums, nachdem Osibisa im Sommer die Attraktion eines grossen Festivals waren. Man stempelte sie als „Afro-Rock-Gruppe“ ab, ein Titel, den Osibisa allerdings nicht gerne hören. Gitarrist Wendeil Richardson: „Afro-Rock gibt es eigentlich garnicht. In Afrika gibt es so viele verschiedene Musikrichtungen, hinzu kommt, dass „Rock“ etwas typisch westliches ist. Die Musik von Osibisa besteht aus „criss-cross-Rhythmen“, kombiniert mit schönen Melodien. In der ghanesischen Sprache bedeutet Osibisa „criss-cross-rhythms“. Osibisa ist also eine Musikrichtung.

Festival-Musik

Als die Gruppe im vorigen Sommer in unserem Land war, tischten die buntgekleideten Jungen uns Musik auf, die unmittelbar an Santana erinnerte. Durch die Bläser bekommt ihr Sound eine jazzartige Färbung und die Perkussionisten sorgen dafür, dass Osibisa swingt wie ein Zug. Auf dem obenerwähnten Festival konnten sie deshalb auch mühelos Gruppen wie Deep Purple und Black Sabbath übertrumpfen. Kürzlich mussten während eines Auftrittes in England ein paar nackte, tanzende Jungen von der Bühne verwiesen werden. Sie waren von der Musik so gefangengenommen worden, dass sie ihre Umgebung total vergessen hatten. „Es wäre schöner gewesen, wenn es Mädchen gewesen wären, aber immerhin kann man daran sehen, wie sehr unsere Musik die Leute mitreisst“, war der Kommentar von Bassist Spartacus R. Das zweite Album „Woyaya“ ist vor einiger Zeit erschienen und verspricht ein grösserer Erfolg zu werden, als das erste. Osibisa präsentiert sich auf dieser LP wieder mit „Happy Music“, bei der man kaum still sitzenbleiben kann. So wie sie selbst sagen: „criss-cross-rhythms that explode with happiness“.

BESETZUNG: Teddy Osei aus Ghana -Saxofon, Flöte, Perkussion, Gesang. Sol Amarfo aus Ghana – Drums Mac Tontoh aus Ghana -Trompete, Perkussion. Loughty Amao aus Nigeria -Saxofon, Perkussion. Spartacus R aus Granada -Bass, Perkussion. Robert Baily aus Trinidad -Orgel, Piano. Wendel! Richardson aus Antique – Gitarre, Gesang.