Phantogram

Als Journalist ist man froh, wenn andere die indiskreten Fragen stellen. "Seid ihr beide ein Paar?", platzt ein Interviewer auf YouTube zu Beginn seines Gesprächs mit Josh Carter und Sarah Barthel alias Phantogram heraus. "Just friends", antwortet Barthel schnell. "Best friends!" Und Carter bekräftigt verlegen: "Yeah."

Befreundet sind die beiden seit Highschool-Zeiten, danach verschlug es sie in unterschiedliche Himmelsrichtungen: Carter zog nach New York City und gründete mit seinem Bruder die Band Grand Habit. Barthel studierte Visual Design in Vermont. Erst fünf Jahre später trafen sie einander in ihrer Heimatstadt Saratoga Springs wieder. „Wir sind uns zufällig über den Weg gelaufen“, sagt Carter im Interview. „Ich wusste, dass Sarah singen kann. Irgendwann habe ich ihr meine Demos vorgespielt.“ Barthel gefiel, was sie hörte. Also begann sie, mit Carter Musik zu machen. Das Ergebnis war Eyelid Movies, ein zauberhaftes Dreampop-Album, das im Frühling 2010 erschien, und dem Phantogram nun die EP „Nightlife“ folgen lassen. Pausen gönnen sich Barthel und Carter kaum, auch nicht zu Silvester. Da standen sie mit den Flaming Lips und Yoko Ono auf der Bühne. „Das war eine große Ehre. Wir sind Riesenfans der Lips“, schwärmt Barthel und fügt leise hinzu: „Von Yoko Ono vielleicht nicht ganz so sehr.“ Reiner Reitsamer

Albumkritik S. 100

* Ein Phantogram ist eine Abbildung, die beim Betrachten durch eine 3-D-Brille die Illusion räumlicher Tiefe erweckt.

* Ursprünglich nannte sich die Band Charlie Everywhere.

* Das Debüt Eyelid Movies wurde in der Scheune von Carters Eltern eingespielt.

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