Warum SIGN O‘ THE TIMES nicht perfekt und doch genial ist

Prince kann alles und zeigt alles – mit aberwitzigen Harmoniewechseln, Rollen und Posen.

Mit der mehrheitlichen Expertenmeinung im Rücken, dass die Doppel-LP SIGN O‘ THE TIMES zu den besten Alben der 80er Jahre gehört und vielleicht auch das bestechendste Werk seiner Majestät Prince darstellt, lässt sich ja so einiges behaupten.

Doch glauben Sie niemanden, der versichert, dass diese Platte perfekt ist! Doppelalben sind nie perfekt. Auch dieses nicht.

Es zerfällt in Stücke, lässt eine größere, im besten Fall göttliche Dramaturgie vermissen. Und am Ende franst es sogar aus zwischen christlichem Bluesrock, einer Livesession mit Überlange und der auch nicht eben kompakten, trotzdem ziemlich köstlichen Falsett-Schmonzette „Adore“.

Alle Spielarten von Pop, Jazz, HipHop, Rock und Funk

Doch wie Prince hier, nun, scheitert an der großen, vermutlich unlösbaren Aufgabe des Rock, hat die Welt noch nicht gesehen: Er kann alles und zeigt alles. Pop und Jazz und HipHop und Rock und Funk und Soul inklusive sämtlicher Unter- und Nebenspielarten.

Und was er da alles komponiert und wie er seine Musik arrangiert, mit aberwitzigen Harmoniewechseln durchwirkt, rücklings oder mit Pirouette in andere, ungewöhnliche Darstellungsformen, Rollen und Posen springt, ohne jedoch auch nur einen Moment etwas anderes als Pop zu sein – das ist auch heute noch … na ja, jedenfalls nicht perfekt.

Allein schon diese 80er-Synthisounds – pah!

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