Quincy Jones

Quincy Jones: Die graue Eminenz der schwarzen Musik liest Rappern die Leviten.

HipHop ist nicht nur Musik“, ließ der 62jährige Popbiz-Senior kürzlich auf einem Symposium für schwarze Kultur wissen, „sondern ein Weltbild. Rap ist ein Drama für die Straße, weshalb es sich Rapper auch nicht leisten können, unpolitisch zu sein. Es wird allerhöchste Zeit, daß sie erwachsen werden und ihr Hirn einschalten.“ Starke Worte, doch Old Q wird noch konkreter: „Statt ihren ganzen Grips auf die Organisation von Drogendeals zu konzentrieren, sollten sie lieber Texte schreiben, die sich mit den heutigen sozialen und politischen Problemen auseinandersetzen. Außerdem muß endlich Schluß sein mit dem ganzen sexistischen Geschwafel.“

Auch zum Thema Gangsta-Rap findet der Produzent, Musiker und Multimillionär die richtigen Worte: „Bevor Kritiker die Jungs endgültig in den Boden stampfen, sollten sie sich überlegen, woher deren Aggressionen kommen. Die haben doch zuhause überhaupt keine Liebe erfahren, suchen sich ihre Ersatzfamilien auf der Straße zusammen und beweisen ihre Loyalität durch bestimmte Rituale. Gangsta Rap ist Rebellion, und die hat es in der Musik gegeben, seit ich denken kann. Viele Texte finde ich allerdings bedenklich, die HipHop-Gemeinde sollte eine Art freiwilliger Selbstkontrolle ausüben. Dann müßte die weiße Zensur auch nicht mehr von außen eingreifen.“

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