re:publica 13 – Wir verschaffen Euch den Überblick

Es birgt schon einer gewissen Ironie, dass der digitale Medienwandel im sechsten Jahr der Konferenz re:publica weiterhin ein Thema ist. Die Problematik wird wohl am Besten durch Mercedes Bunz, Autorin des Buches „Die stille Revolution – Wie Algorithmen Wissen, Arbeit, Öffentlichkeit und Politik verändert ohne dabei viel Lärm zu machen“, und dem ehemaligen Sounds- und Spex-Redakteur Diedrich Diedrichsen zusammengefasst: „Die deutschen Diskussionen über das Internet sind vor allem von einem geprägt: ganz viel Angst“. Warum das so ist? Die Frage wollen sie am 6. Mai ab 17:30 Uhr bei der Veranstaltung „Immer dieses Internet“ klären.

Ebenso exemplarisch ist, dass bei der Konkurrenz im Web oftmals auf geschriebene Angebote gezielt und geschimpft wird. Dabei sind die wahren Stars des Webs mittlerweile auf YouTube zu finden. Simon Desue oder Y-Titti erreichen ein riesiges Publikum. Warum? Gute Frage. Vielleicht gerade ein Grund bei „YouTube macht die Stars von heute“ dabei zu sein. Schließlich verdienen die YouTube-Stars oftmals auch nicht schlecht. Allein Psy machte mit seinem „Gangnam Style“ acht Millionen US-Dollar Umsatz auf der Plattform. Markus Hündgen und Bertram Gugel betrachten die dortigen Verdienstmöglichkeiten kritisch und stellen eine Analogie zur Goldrausch-Stimmung im Wilden Westen her.

Beim Stichwort Verdienstmöglichkeiten muss direkt an das nächste Thema angeknüpft werden: dem Urheberrecht. Sei es YouTube, seien es Facebook, Tumblr, Pinterest oder Blogs – Urheberrechtsverstöße werden im Web tagtäglich begangen. Gleichzeitig rüsten sich Urheber und Verwertungsgesellschaften für den Kampf. Doch geht es auch anders? Als der Bayerische Rundfunk das beliebte Format „Space Night“ wegen zu hoher GEMA-Kosten einstellen wollte, eilte das Netz mit lizenzfreier Musik zur Hilfe. Für wen sind die freien Inhalte Fluch, für wen sind sie ein Segen? Dies besprechen unter anderem Luci van Org und John H. Weitzmann.

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Noch drastischer wird es wohl bei der re:publica-Veranstaltung Netzkultur vs. Urheberrecht“ zugehen. Dort sitzen mit René Walter und Ronny Kraak zwei der erfolgreichsten deutschen Blogger. Ist Sharing eine eigene Kulturform und gleichzeitiger Wissenstransfer, dem das Urheberrecht im Wege steht? Eine Frage, die wohl auch dort nicht geklärt werden dürfte.

Dass Netzkultur längst in andere Bereiche unserer Gesellschaft überschwappt, dürfte hinlänglich bekannt sein. Eines der jüngeren Beispiele war die #aufschrei-Kampagne, die von Twitter aus eine Diskussion über Sexismus auslöste. Würden wir Gauck oder andere ältere Herren fragen was das Ganze brachte, wäre wohl schnell von Tugendfuror die Rede. Hören wir uns lieber an, was die Initiatorin Anne Wizorek selbst über ihre Aktion zu erzählen hat. Nicht umsonst wurde #aufschrei gerade für den Grimme Online Award nominiert.

Wie alltäglich und allgegenwertig Sexismus anzutreffen ist, wird dagegen bei Kirsten Gross und ihrem Vortrag „Und warum sind da jetzt Brüste?“ klar. Sie diskutiert die Frage, warum die Gamerszene mehr als einen Aufschrei verdient hätte.

Eine gesellschaftliche Frage die sich zunehmend stellt ist, wie unsere Kinder das Netz benutzen. Allein dazu gibt es ein Diskussionspanel. Tanja Haeusler hat zusammen mit ihrem Mann Johnny, einem der Initiatoren der Konferenz und mit Spreeblick.com Blogger-Urgestein, das Buch „Netzgemüse“ darüber veröffentlicht und stellt dieses vor.

Soviel zum groben Überblick. Auch empfehlenswert dürfte der Vortrag über Netzneutralität werden. Besonders für Führungskräfte bei der Telekom. Schon fast Kult dagegen sind die regelmäßigen Auftritte von Nilz Bokelberg und Sascha Lobo sowie die Frage ob Johnny Haeusler bei der Verabschiedung „Bohemian Rhapsody“ anstimmen wird.

Wer dann noch nicht genug hat, dem sei eine Tasse Bier gegönnt.

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