Aleksi Perälä Paradox


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Irgendwie ist das mit dem Tanzen und Drüberreden seit „De:Bug“ weg ist – seit Rainald Goetz von Wanda singt statt von Emma aber allerspätestens – ein bisschen öde. Harte Fun-Diskurs-Dichotomie in Tateinheit mir rotweinigem Prog-Rock-Spirit wäre die Anklage.

Den Kids ist das egal, sie haben Techno sowieso besser verstanden. Auch Aleksi Perälä hat Techno verstanden und ergänzt sein üppiges Werk um eine Doppel-EP, die Tanzbarkeit und Headyness grandios vereint. Der finnische Producer agiert dort, wo noch etwas passiert, in der westlichen Musik, wo die klassische, wohltemperierte Ton-Stimmung durch andere Systeme ergänzt und ersetzt wird.

Perälä arbeitet mit Mikrotonalitäten, die er aus einem selbstentwickelten Frequenz-System namens Colundi zieht. Er steht dabei in Tradition von Komponisten wie La Monte Young oder dem „Hallucinogetic/Exstatic Sound Environment“ von Catherine Christer Hennix und Henry Flynt, die neue Gesellschaften durch neue Klänge schaffen wollten. Colundi ist ähnlich esoterisch. Perälä, der Erfinder und Hauptprotagonist des Klang-Kults, glaubt, dass die Tonsequenzen unmittelbar Einfluss auf biochemische Prozesse nehmen und alle Religionen überwinden.

Glücklicherweise klingen sie völlig anders. Keine Spuren von Mystizismus, allenfalls sind sie bisweilen ähnlich otherworldly schwebend wie die hochgepitchte südafrikanische Shangaan-Electro-Musik. Mit bunt schimmernden Melodien und Flächen und klug fallenden Beats transzendieren hier Fuß und Kopf in Wohlgefallen.

https://www.youtube.com/watch?v=d32KDLR1KpU

 

 


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