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Ani DiFranco Binary

Righteous Babe/Aveline/Edel

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Nun, da via Youtube jeder Hansel seine Pop-Ergüsse in die Welt entlassen kann, fällt es schwer zu glauben: Als Ani DiFranco 1990 ihre Ersparnisse auf den Kopf haute, um mit 18 Jahren ihre eigene Plattenfirma Righteous Babe Records zu gründen, war das eine kleine Revolution. Ein wichtiges Zeichen für eine kritische, junge Songwritergeneration, die sich nicht von Major-Labels abhängig machen wollte. Heute wirkt ​DiFranco, DIY-Pionierin und unermüdliche Aktivistin, wie eine Kämpferin aus einer anderen Zeit.

Auf ihrem 20. Studioalbum BINARY kleidet die US-Amerikanerin einmal mehr gesellschaftskritische Texte in rhythmusvernarrten, Jazz-affinen Songwriter-Pop, der klingt, als versuchen sich Aimee Mann und Fiona Apple an einem gemeinsamen Jam. Mit dem zurückgelehnten Funksong „Play God“ ist DiFranco Teil des Musikprojekts „1.000 Days, 1.000 Songs“, einer Playlist mit Hymnen gegen Trump. Und im Direktvergleich mit vielen protestbewegten Kollegen wird klar: Die Revolution mag im Jahr 2017 anders klingen als BINARY. Für ihren Langmut bewundern muss man DiFranco dennoch.

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