Anna B Savage
YOU & I ARE EARTH
City Slang/Rough Trade (VÖ: 24.1.)
Die Britin verwandelt ihr Liebesglück an der rauen Atlantikküste in kuscheligen Folk-Jazz.
Ein Album wie ein ofenes (Tage-)Buch: Anna B Savage hat sich in den letzten Jahren offensichtlich in einen Iren verliebt und ist in den Nordwesten der grünen Insel gezogen. „Donegal, please look after me“, bittet die Engländerin und schwärmt von ihrem Geliebten: „You are my music / I‘ll sing for us and write an album of you.“ YOU & I ARE EARTH transportiert Naturnähe, Verbundenheit und Heimeligkeit.
Gezupfte Akustikgitarren-Patterns fließen und wogen, umspült von zarten Orchestrierungen. Im Hintergrund rauscht das Meer, Streicher quietschen wie Möwen. Dazu Savages Stimme, die warm und verschwörerisch aus dem Lautsprecher raunt, verletzlich, dabei mit viel klassischer Kunstfertigkeit. Keine Elektronik oder laute E-Gitarre, wie sie noch vereinzelt auf ihren früheren Werken auftauchten.
Das macht YOU & I ARE EARTH zu einem sehr schönen, aber auf Dauer arg kuscheligen Folk-Jazz-Vergnügen, dessen Lyrics zudem überraschend traditionalistisch anmuten. Zitat: „I know that he‘s my light / And I know that he‘ll guide me home.“ Am stärksten kommt das Album in Wallung, wenn Savage die raue Landschaft am Atlantik („Donegal“) oder eine Frau („Agnes“) besingt. Trautes Liebesglück macht eben nicht immer die aufregendste Kunst.
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