Benjamin Booker
LOWER
Fire Next Time/Membran (VÖ: 24.1.)
Der US-Songwriter zimmert aus HipHop-Beats und Noise-Gewittern eine kathartische Schönheit.
Das künstlerische Unterfangen, niemals irgendwo stehenzubleiben, ist natürlich ein unbedingt lobenswertes, kann sich gleichzeitig aber auch gerne mal als ziemlich harte Nuss erweisen. Feilte Benjamin Booker nach seinem selbstbetitelten Garage-Rock-Debüt von 2014 noch handelsübliche drei Jahre an der Verbindung von Glam-Rock-Gitarren, Boom-Bap-Beats und üppigen Streicherarrangements auf WITNESS, so war die Nuss im Fall von LOWER offenbar ungleich härter zu knacken.
Einen neuen Sound habe er nach der Dauerrotation von Alben wie HELL ON EARTH vom harschen Eastcoast-HipHop-Duo Mobb Deep und dem wohlklingenden Krach von The Jesus And Mary Chains PSYCHOCANDY zwar klar vor sich gehabt – allein, die Umsetzung war dann doch noch mal et- was anderes. Entscheidende Hilfe kam dann von HipHop-Produzent Kenny Segal aus L.A., mit dem der damalige Wahlaustralier LOWER per digitalem Datenaustausch zusammenschraubte.
Das Ergebnis ist eine ebenso düstere wie faszinierend nach vorne gedachte Platte, die zwischen griffiger Beatwucht, noisig verbritzelten Strom- und akustischen Lo-Fi-Gitarren eine erhebend druckvolle Form melodischer Süße verströmt, während Booker per warm hauchender Stimme in die Abgründe einer aus den Fugen geratenen Welt blickt. Schmerzhaft schön!
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