Brian Eno :: The Drop

Das Leben des Brian: rastloses Umherstreifen eines kosmopolitischen Schöngeistes zwischen Urwald und Universum, Multimediaprojekten und Muzak-Experimenten, Produzentenjobs und Pioniertaten. Ziel seiner Forschungsreisen: der perfekte Klang zwischen Avantgarde und Ambient. Dem ist er auf THE DROP ferner denn je: Anders als auf dem Meilenstein BEFORE AND AFTER SCIENCE (1977) und anderen ambitionierten Werken kann hiervon auskomponierter Musik nicht die Rede sein, allenfalls von hingeworfenen Skizzen, die der Hörer – wie in einem Malbuch – nach eigenem Gusto vervollständigen darf. Die 33minütige Trance-Elegie „Iced World“ etwa ist das akustische Äquivalent zum Aufenthalt in einem dunklen Wassertank: Die Zeit steht still, der Raum wird ausgeblendet, der Rest ist Entspannung. Oder Langeweile? Der Weg zu diesem „magnum opus“führt vorbei an 16 fragmentarischen Miniaturen, die zumeist schwerelos zwischen Soundtrack-Collage und Slo-Mo-D’n’B kreisen. Nur die Maschinen-Mantra-Loops von „Block Drop“, der Gummiband-Groove von „Out/Out“ und das fast funkige „M.C. Organ“ werfen Blasen auf der glatten Außenhaut. Mit MUSIC FOR FILMS oder MUSIC FOR AIR-PORTS hat Brian Eno Horizonte geöffnet. Auf THE DROP gibt er sich ein bißchen zu oft mit harmloser Berieselung zufrieden. „Music for elevators“.