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Cerrone DNA


Because Music/Universal (VÖ: 7.2.)

von

Streng genommen ist Cerrone eine lebende Legende der Original-Disco-Ära der 70er, aber mit auch nur einem Funken Amore im Herzen muss man den 67-jährigen Franzosen mit dem maximal italienischen Namen auch als Vertreter des Italo Disco gelten lassen. Und diese romanische Spielart erlebt seit einigen Jahren ein Revival, namentlich durch die Hommage TI AMO (2017) von Phoenix und auch durch den Soundtrack zum nicht-heterosexuellen Coming-of-Age-Film „Call Me By Your Name“ (2018).

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Selbst in Berlin, wo man sich ansonsten gern düster und maximal minimal gibt, wird bei der Partyreihe „Italorama Bar“ im Berghain Italo Disco aufgelegt – und auch bei „Cocktail d’amore“ in der Griessmuehle, unlängst vom „Guardian“ zu einer der besten Partys der Welt erklärt. Cerrone rennt als Disco-Pionier also offene Türen ein. Man sollte nicht unbedingt erwarten, dass er im Jahr 2020 die Musik mit seinem solide betanzbaren neuen Album voller 4/4-Kicks ein zweites Mal revolutioniert – aber vielleicht ja den Planeten.

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In der Single „The Impact“ etwa sampelt der meistgesampelte Franzose eine Frau, die es verdient hat: die Affenforscherin Jane Goodall philosophiert, dass wir den Planeten nicht von unseren Vorfahren geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen hätten. Das klingt doch nach der Hymne für „Fridays For Future“, auf die viele gewartet hatten. Denn mal ehrlich: In einer Welt ohne Sauerstoff und Menschen tanzen nur seelenlose Roboter. Und die haben das mit dem sexy Hüftschwung noch nicht drauf.


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