Chrysta Bell This Train


La Rose Noire/QQ5/Rough Trade (VÖ: 31.1.)

Man hört sanftes Rascheln, über das sich geschmeidig insistierender Keyboardklang ausbreitet. Ganz so, als ginge es darum, dem Anblick von Nebelschwaden ein Geräusch zu geben. Auf diesem sparsamen Fundament genießt die Hauptattraktion alle Freiheiten. Chrysta Bell ist eine Frau aus Texas mit Model-Vergangenheit, aus der David Lynch eine Sängerin gemacht hat, in der alles steckt, was man seit den Tagen von „Blue Velvet“ und „Twin Peaks“ kennt: eine Kombination aus Sinnlichkeit, Mysterium, erotischer Ausstrahlung, Melancholie und träumerischen Zügen.

Bell sagt klar und deutlich, was sie will. Nehmen wir „Swing With Me“, wo sich ein Twang nach Art von Chris Isaak bemerkbar macht. Dadurch steigt die Dramatik, das fordert die Sängerin heraus. Wenn sie ihren Partner auffordert, so richtig Schwung zu geben, steckt darin der Ruf einer Verlockung, dem man sich nicht widersetzen kann. „I wish this night would never end“, haucht sie.

Nichts gegen Lana Del Rey, aber wenn Bell vors Mikro tritt, geht das unter die Haut. Dieses Debütalbum ist in den USA schon 2011 erschienen. Unglaublich, dass es in der heutigen elektronischen Zeit noch zu solchen Verzerrungen bei der Veröffentlichung kommt. Diese Frau muss man kennen lernen.


Was macht eigentlich… Roachford?
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